Fellner

[181] Fellner, 1 Coloman, geb. 1750 zu Bistorf in Österreich ob der Enns, lernte bei Jakob Schmuzer in Wien die Kupferstechkunst, stach mehrere Blätter nach Martin Schmidt, Joachim Standrart, Dietrich, Lairesse u. And. in einer mit dem Grabstichel u. der Radirnadel gemischten pittoresken Manier. Auch machte er einige Versuche mit Steindruck. Im Kloster Lambach bekleidete er das Amt eines Seelsorgers, Stiftsökonomen, Musik- u. Chordirectors u. st. daselbst 1818. Als sein bestes Blatt gilt die Beschneidung Christi. Er schr.: Über die Art u. Weise, wie man eine Kupferstichsammlung anlegen u. ordnen soll. 2) Ferdinand, geb. 1799 in Frankfurt a. M., studirte die Rechte u. ließ sich als Advocat in seiner Vaterstadt nieder. Seine Vorliebe für künstlerische Thätigkeit veranlaßte ihn indeß, 1825 nach München zu gehen, wo er die Akademie bis 1831 besuchte. Darnach wählte er Stuttgart zu seinem Aufenthaltsort. Seine künstlerische Laufbahn eröffnete er mit 10 Illustrationen zur Geschichte der sieben Schwaben, denen bald eine größere Reihe von Zeichnungen für Illustrationszwecke folgten. Für den Kaisersaal in Frankfurt malte er Konrad I. u. Friedrich den Schönen, für die Kirche in Burgberg mit Pilgram das Hauptaltarbild Maria mit dem Kinde, Johannes, Petrus u. Paulus.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 6. Altenburg 1858, S. 181.
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