Kölesyrĭa

[656] Kölesyrĭa (a. Geogr.), Landschaft Syriens, der südliche Theil dieses Landes, umfaßte drei weite Thäler des Libanon u. erhielt von diesen Tiefthälern den Namen K. (d.i. hohles Syrien). Das Hauptthal fing zwischen Tyros u. Sidon von der Küste an u. erstreckte sich nach O. über Damask; die beiden anderen Thäler lagen zwischen dem Libanon, Heliopolis u. dem ersten Thale. Aber die Römer rechneten auch einen Theil des auf der Ostseite des Jordan gelegenen Palästina, bes. die 10 Städte, welche sie der Dynastie des Herodes entzogen hatten, dahin. Die Einwohner hießen Syro-Phönikier. – K. machte in der früheren Zeit einen Theil des Reiches Israel aus; unter Alexander dem Großen eroberten es die Macedonier, nach dessen Tode kam es in den Besitz der Ägyptier, denen es Antiochos der Große von Syrien entriß. Damals kam wohl erst der Name K. auf. Pompejus eroberte K. für Rom. Unter den späteren römischen Kaisern hörte die Benennung K. ganz auf, nachdem Diocletian K. zu Phönicien unter dem Namen Phoenicia Libanensis (Hauptstadt Emesa) gezogen hatte. K. ist das jetzige El Blaa.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 656.
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