Kunigunde [2]

[891] Kunigunde, 1) Sta. K., Tochter des Grafen Sigfried von Luxemburg u. der Hedwig, seit 1002 Gemahlin des nachmaligen Kaisers Heinrich II., mit welchem sie in einer Engelsehe lebte. Indessen soll der Kaiser doch K-n auf einem Reichstage zu Frankfurt der Unfruchtbarkeit angeklagt u. selbst des verbotenen Umgangs mit Geistlichen beschuldigt haben, weshalb sie sich dem Gottesurtheil, über eine glühende Pflugschar wegzugehen, unterwarf, (vgl. Schurzfleisch, De innocentia Cunigundis, Wittenb. 1700; Gundling von der Sta. K. Keuschheit, in seinen Otia III.). Nach ihres Gemahls Tode 1024 zog sie sich 1025 in das neu gestiftete Kloster Kauffungen bei Kassel zurück u. starb den 8. März 1040; sie wurde im Dome zu Bamberg neben ihrem Gemahle beigesetzt. Innocenz III. canonisirte sie 1200; ihr Tag: 3. März. In Bamberg ist ihr Standbild aufgestellt. 2) (Kunihild), Tochter des Königs Knut von Dänemark, Gemahlin des römischen Königs Heinrich III. u. von demselben Mutter der Äbtissin Beatrix von Quedlinburg; sie st. 1038 in Italien. Nach Einigen reinigte sich K., des Ehebruchs angeklagt, durch Zweikampf durch den Dänen Municon gegen ihren Ankläger Roddyugar, trennte sich von Heinrich u. starb als Nonne. 3) Sta. K., Tochter des Königs Bela IV. von Ungarn u. der byzantinischen Prinzessin Maria, heirathete 1239 König Boleslaw den Keuschen von Polen u. lebte mit demselben in Engelsehe; bes. widmete sich K. der Sorge für die Kranken; nach dem Tode ihres Gemahls 1279 ging sie in das von ihr gestiftete Kloster Sandecz, starb 1292 u. wurde 1690 heilig gesprochen; Tag: 24. Juli. 4) K., Kurfürstin von Baiern, s. Therese Kunigunde. 5) K. von Eisenberg od. Isenberg, Hoffräulein bei Margaretha, der Gemahlin des Landgrafen Albrecht des Unartigen von Thüringen; sie wurde von Albrecht Mutter eines Sohnes, Apitz, u. nach dem Tode ihrer Herrin 1272 Gemahlin Albrechts. Sie vermochte nun den Landgrafen, ihrem Sohn Apitz möglichst viel Besitzthum zu geben, u. dies veranlaßte lange Kriege zwischen Albrecht u. seinen Söhnen, während K. 1290 starb; s. Thüringen (Gesch.). 6) K. die Weiße Frau, s.u. Rosenberg.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 891.
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