Lissa [1]

[420] Lissa, 1) Stadt im Bezirk Benatek des böhmischen Kreises Gitschin, Schloß, Thier- u. Fasanengarten, 2 Kirchen, 2 Hospitäler, Brauerei, Gewerbe, Landbau; 3100 Ew.; 2) (Deutsch-L.), Dorf im Kreise Neumarkt des Regierungsbezirks Breslau (preußische Provinz Schlesien), an der Weistritz, herrschaftliches Schloß mit Park; 980 Ew.; hiernach wird auch die Schlacht bei Leuthen benannt; 3) (Polnisch-L., Leszno), Stadt im Kreise Fraustadt des preußischen Regierungsbezirks Posen, an der von Posen kommenden Eisenbahn, welche sich hier in zwei Arme (der eine nach Breslau, der andere nach Glogau führend) theilt, gehört dem Fürsten von Sulkowsky, an welchen sie Stanislaus Leszinsky, König von Polen, 1738 verkaufte; Schloß mit Park, 4 Kirchen, Synagoge, Gymnasium, Schullehrerseminar, Gerbereien, Tuchu.[420] Leinwebereien, Kutschenfabriken, Kürschnerei, Wachsbleiche, Glockengießerei, Cichorien-, Tabaksfabrik, Liqueurfabriken, lebhafter Handel, auch Wechselgeschäfte; 10,000 Ew. (darunter sehr viele Juden). L. war im Dreißigjährigen Kriege der Hauptsitz der Böhmischen Brüdergemeinden in Polen; 4) dalmatische Insel im Adriatischen Meere, zum Kreise Spalato gehörig, 22/3 QM., 4600 Ew.; ist gebirgig (höchster Punkt Monte Hum), bringt Wein, Südfrüchte, Honig, Hausvieh; hat Sardellenfang, befestigten Hafen; 5) Marktflecken hier, 2800 Ew.; auf der Stelle des alten Issa.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 420-421.
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