Lupus [1]

[616] Lupus (lat.), 1) Wolf; daher L. in fablŭla, der Wolf in der Erzählung (kommt, wenn man von ihm spricht); uraltes römisches Sprichwort, daher rührend, daß häufig Jemand, von dem man eben spricht, kommt (wo man dann gewöhnlich die Rede abbricht); rührt von dem Aberglauben der Römer her, daß der, welchen ein Wolf zuerst erblickte, die Stimme im Augenblick verlöre; 2) Fisch, s. Seewolf; 3) offner Krebs; 4) um sich fressendes, krebsartiges Geschwür; 5) um sich fressende Flechte; bes. Ein skrophulöses, vorzüglich im Gesicht vorkommendes[617] Hantübel; entweder mit kleinern od. größern lividen, meist rundlichen u. etwas angeschwollenen unschmerzhaften Flecken, od. mitschmerzlosen Tuberkeln, die sich aus den Flecken, od. ohne diese bilden, von verschiedner Größe u. blaßrother, etwas livider Färbung, seltner mit Pusteln beginnend u. in häufig tief, selbst bis auf die Knochen gehende, zerstörende Verschwärung od. Abblätterung mit Bildung von Krusten, zuweilen auch mit schwammigen Auswüchsen u. Verdickung des Zellgewebes unterhalb u. in der Umgebung übergehend, selten lebensgefährlich, aber schwer heilbar; 6) L. me tallorum, so v.w. Antimonium crudum, s.u. Antimon (Chem.) E) a) aa).

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 616-617.
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616 | 617
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