Orne [1]

[378] Orne (spr. Orn), 1) Fluß im nördlichen Frankreich; entspringt bei Séez im Departement Orne, geht durch Calvados, ist schiffbar gemacht worden, nimmt mehre Flüsse (darunter die Noireau) auf, fällt nach 19 Meilen Stromlänge in den Kanal La Manche; 2) französisches Departement, zwischen den Departements. Eure, Eure-Loire, Calvados, Manche, Sarthe, Mayenne; gebildet aus dem ehemaligen Herzogthum Alençon in der Normandie u. aus der Landschaft Perche; hat 110,8 QM., ist von vielen Hügeln mittler Höhe (höchster: Varenne, 600 Fuß, Here, 648 Fuß) durchzogen, gut bewässert (Orne, Mayenne, beide mit vielen Nebenflüßchen, Dive, Vie, Huine, Iton, Toueques, Eure etc., so wie von zahlreichen Teichen u. einigen Morästen); Producte: Wild (bisweilen auch noch Wölfe), Eisen, Porcellanerde, Mineralwasser, Quarz (Alençoner Diamanten); Hauptbeschäftigung: Ackerbau (weniger Getreide als Flachs u. Hanf), Viehzucht Pferde, Ochsen, Schweine, Gänse, Obstbau (Obst zu Cyder benutzt), Bergbau (auf Eisen), Fabrikation von Eisenwaaren, Messingblech, Leinwand (Cretonnes), baumwollenen Zeugen, Spitzen (Points d'Alençon, in neuerer Zeit im Abnehmen) u. Handel mit diesen Erzeugnissen; die Eisenbahn von Le Mans nach Caen durchschneidet das Departement. Eintheilung in die vier Arrondissements: Alençon, Domfront, Argentan u. Mortagne, mit 34 Cantonen u. (Volkszählung von 1856): 430,127 Ew.; Hauptstadt: Alençon; das Departement gehört zur zweiten Militärdivision u. zum ersten Militärobercommando (Paris); 3) so v.w. Ornain.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 378.
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