Französische Ostbahn

[191] Französische Ostbahn (compagnie des chemins de l'Est). Die F. wurde im Jahre 1845 unter dem Namen »Compagnie du chemin de fer de Paris à Strassbourg« gegründet und erhielt die Konzession für die Linie von Paris nach Straßburg mit Abzweigungen von Epernay nach Reims sowie von Frouard nach Metz an die preußische Grenze. Diese Linie wurde 1849–1854 eröffnet.[191]

Im Jahre 1853 erhielt die F. die Konzession für die Linie Paris-Mülhausen. Ferner kaufte die F. die Linie von Blesme nach Gray und erhielt 1853 die Konzession für die Linie von Nancy nach Gray über Epinal und Vesoul.

Im Jahre 1853 nahm die Gesellschaft den Namen »Compagnie des Chemins de fer de l'Est« an.

1857 übernahm die F. vertragsmäßig den Betrieb der luxemburgischen Bahnen.

1858 vereinigte sich die F. mit der Eisenbahn Mülhausen-Thann.

1863 erfolgte die Fusion mit der Gesellschaft der Ardennenbahn

Im selben Jahr wurden der F. weitere 724 km Eisenbahnen konzessioniert, darunter die Linie Reims-Metz über Verdun (185 km) die Gesellschaft erhielt zum Baue dieser Linien eine Subvention von 65 Mill. Fr.

1870, zur Zeit des deutsch-französischen Krieges, betrieb die F., abgesehen von den Luxemburger Bahnen, ein Netz von 2838 km. Infolge des deutsch-französischen Krieges trat die Gesellschaft 841 km französische Linien und 237 km in Luxemburg und Belgien gegen eine Summe von 325 Mill. Fr. ab. Damit verlor sie wichtige Verbindungen mit der Schweiz über Basel sowie mit Belgien und Holland über Luxemburg.

Wegen der Veränderung der F. infolge des deutsch-französischen Krieges vgl. Französische Eisenbahnen (S. 172).

Im Zusammenhange damit wurden vom Staat der F. neue Linien in der Länge von 358 km konzessioniert.

Durch eine Konvention vom 31. Dezember 1875 erhielt die F. die Konzession für 444 km neue Linien und eine Subvention von 43 Mill. Fr.

Durch die Konvention von 1883 (Gesetz vom 20. November 1883), übertrug der Staat an die F. die definitive Konzession für 591 km neue Linien und die Eventualkonzession für 194 km. Die Gesellschaft verpflichtete sich außerdem zum Baue von 250 km nicht benannter Eisenbahnlinien in den von ihr durchzogenen Departements. Zugleich zedierte der Staat der F. Linien in der Länge von 696 km, die die F. bis dahin betrieben hatte.

Die Länge des konzessionierten Netzes stieg hiermit auf 5045 km, wovon 3626 km bereits im Betrieb standen.

Die Dauer aller Konzessionen wurde einheitlich bis 26. November 1954 festgesetzt.

Wegen der sonstigen Änderungen infolge des G. vom 20. Nov. 1883 u.s.w. vgl. Französische Eisenbahnen (S. 174 ff.).

Die Schuld der Gesellschaft an den Staat belief sich Ende 1910 auf 196,889.758 Fr. (einschließlich 4% Zinsen).

Durch Vertrag vom 6. September 1911, genehmigt mit Gesetz vom 24. Januar 1912, verpflichtete sich die Gesellschaft, ihre Kapitalschuld an den Staat ab 1912 in 12 Jahren rückzuerstatten. Ebenso wurde eine Abmachung wegen der Zinsenschuld getroffen.

Am 31. Dezember 1912 waren von den 1035 km der im Jahre 1883 konzessionierten Linien 924 km in Betrieb.

Im selben Zeitpunkte hatte das Betriebsnetz der F. eine Länge von 5027 km.

Die F. hat Anschlüsse an die Elsaß-Lothringische Eisenbahn, an die Paris-Lyon-Mittelmeerbahn, an die Nordbahn, an die belgische Nordbahn, die belgische Staatsbahn, die Prinz-Heinrich-Bahn und die Schweizerischen Bundesbahnen.

Das Netz der F. umfaßt folgende Hauptlinien: Paris-Deutsch-Avricourt-Grenze, Paris-deutsche Grenze bei Petit Croix, Frouard-Pagny-Longuyon, Reims-Givet, Mézières-deutsche Grenze gegen Fontoy, Blainville-Port d'Atelier, Epinal-Neufchâteau, St. Hilaire-Batilly Grenze.

Ende 1912 betrug das Anlagekapital 2,608.191.690 Fr. Hiervon kommen 23,590.325 Franken auf Subventionen des Staats, der Departements und Gemeinden. Das eingezahlte Kapital beträgt 2,583.262.806 Fr. (292 Millionen Aktien, der Rest Obligationen).

Die Betriebsergebnisse stellen sich in den letzten 3 Jahren, wie folgt:


Französische Ostbahn

[192] Literatur: Lambert, Monographie du Réseau de l'Est. Paris 1912.

Quelle:
Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 5. Berlin, Wien 1914, S. 191-193.
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