Bernhard [2]

[501] Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar. geb. den 6. August (alten Styls) 1604, ein Enkel des auf der Lochauer Heide von Kaiser Karl V. gefangenen Kurfürsten Johann Friedrich, erbte mit 7 Brüdern gemeinschaftlich Land und Regierung. Als armer Herzog nahm er im 30 jährigen Kriege wie seine 3 ältesten Brüder Dienste gegen den Kaiser und focht unter Mansfeld, Christian von Braunschweig, Georg von Baden. Christian von Dänemark. Bethlen Gabor bis 1628, wo er sich dem Kaiser unterwarf. 1629 wohnte er der Belagerung von Herzogenbusch in den Niederlanden bei und als Gustav Adolf 1630 landete, schloß er sich demselben sogleich an und wurde schwed. General. Als solcher begleitete er den König bis in die Schlacht von Lützen; nach des Königs Tod übernahm er den Oberbefehl und gewann die bereits verlorene Schlacht wieder. Er kommandirte die Schweden im Feldzug 1633 und als der Schwede Oxenstierna die deutschen Stiftsländer unter seine Hauptleute und Diplomaten vertheilte, erhielt B. von ihm die Hochstifter Würzburg und Bamberg als Herzogthum Franken, verlor es aber durch die Schlacht von Nördlingen (27. Aug. 1634) Dem Prager Frieden, der ihm weder Land noch Geld eingetragen hätte, schloß er sich nicht an, sondern trat in französ. Dienste und warb um 4 Mill. Livres für Frankreich ein Heer in Deutschland, eroberte von 1636–39 für Frankreich den größten Theil von Hochburgund, Elsaß, Lothringen, siegte [501] bei Rheinfelden. gewann die heldenmüthig vertheidigte Reichsfeste Breisach, st. aber den 8. Juli 1639, als er eben über seinen Abfall von Frankreich, das ihm die Gründung eines selbstständigen Fürstenthums am Rheine nicht gestatten wollte, mit dem Kaiser unterhandelte.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 501-502.
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