Championnet

[874] Championnet (spr. schangpjŏnä), Jean Etienne, franz. General, geb. 1762 in Valence, gest. 9. Jan. 1800 in Antibes, ging nach einer wilden Jugend 1781 unter die wallonischen Garden, zeichnete sich 1793 bei Erstürmung der Weißenburger Linien und bei dem Einfall in die Pfalz aus, wurde Ende 1793 Divisionsgeneral in der Sambre- und Maasarmee und nahm dann an den Operationen am Niederrhein und in Franken bis 1797 Anteil. 1798 schlug er die in den Kirchenstaat eingefallenen Neapolitaner trotz deren gewaltiger Überzahl, rückte unter blutigen Kämpfen mit den Lazzaroni 25. Jan. 1799 in Neapel ein und proklamierte die Parthenopeische Republik. Ehrgeizig und wohlgesinnt, trat er der Zuchtlosigkeit seiner Soldaten und den Räubereien der französischen Zivilkommissare entgegen und such le die neue Republik zu organisieren, ward aber wegen eigenmächtigen Verfahrens abgesetzt und nach Grenoble gebracht. 1799 befreit, erhielt er das Kommando der Alpenarmee und nach dem Tode Jouberts den Oberbefehl in Italien, wurde aber von den Russen und Österreichern im September 1799 bei Fossano und Savigliano geschlagen und nahm seine Entlassung. Im August 1891 wurde ihm ein Denkmal in Antibes errichtet. Vgl. Châteauneuf. Vie de C. (Par. 1306); Saint-Albin, C., ou les campagnes de Hollande, de Rome et de Naples (das. 1830).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 874.
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