Hermelin

[218] Hermelin (großes Wiesel, Putorius ermineus Ow.), Raubtier aus der Familie der Marder (Mustelidae), 28 cm lang, mit 5–6 cm langem Schwanz, ist oberseits braunrot, unterseits weiß, im Winter ganz weiß, stets aber mit schwarzer Schwanzspitze, findet sich in ganz Europa bis zu den Pyrenäen und dem Balkan, in Nord- und Mittelasien, lebt in allerlei Schlupfwinkeln, jagt nachts und ist ungemein gewandt, sehr mutig, mordlustig und blutdürstig. Es raubt kleine Säugetiere, Hühner, Tauben und andre Vögel, auch Reptilien. Die Spur zeigt die Abbildung u. Tafel »Fährten und Spuren«, Fig. 13. Es wirft im Mai oder Juni 5–8 Junge.

Spur des Hermelins.
Spur des Hermelins.

Diese werden sehr zahm, während alt eingefangene Tiere den Verlust der Freiheit in der Regel nicht ertragen. Die Sage, daß das H. lieber durch Feuer als durch Kot laufe und lieber sterbe als sich beschmutze, machte es früh zum Symbol der Reinheit u. Unschuld.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 218.
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