Wels [2]

[520] Wels, Stadt in Oberösterreich, 317 m ü. M., am linken Ufer der Traun, an den Staatsbahnlinien Wien-Salzburg, W.-Passau, W.-Aschach und W.-Grünau, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und eines Revierbergamts, hat eine schöne gotische Pfarrkirche (15. Jahrh.) mit Glasmalereien, eine neue Herz-Jesu kirche, eine protestantische Kirche, eine ehemalige Burg, in der Kaiser Maximilian I. 12. Jan. 1519 starb, ein schönes Rathaus, ein Denkmal Josephs II., einen Volksgarten mit Festhalle, in dem jedes zweite Jahr ein großes Volksfest abgehalten wird, einen schönen Gemeindefriedhof (1886), Gymnasium, Handelsschule.

Wappen von Wels.
Wappen von Wels.

Museum, 2 Kavalleriekasernen, ein Theater, Fabrikation von Maschinen, Öl, Papier, Sparherden, Leder, Hüten, eine Kunstmühle, Bierbrauerei, Dampfsäge, lebhaften Handel (Ausfuhr von Butter und Eiern), bedeutende Märkte (namentlich für Getreide, Pferde und Borstenvieh), Gasanstalt und Elektrizitätswerk, Krankenhaus und (1900) 12,191 Einw. Seit 1891 wird in der Stadt durch Tiefbohrungen brennbares Erdgas und Erdöl gewonnen, das zur Beleuchtung, Heizung und zum Maschinenbetrieb verwendet wird. Auf dem Reinberg am rechten Traunufer finden sich hübsche Anlagen mit einer Aussichtswarte. W. gilt für das Ovilava der Römer. Vgl. Meindl, Geschichte der Stadt W. (1. Teil, Wels 1878); Haas, Führer durch W. (das. 1906).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 520.
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