Zobten [1]

[973] Zobten (im Volksmund »Zoten«), im weitern Sinne ein Gebirge im preuß. Regbez. Breslau, in der Ebene zwischen der Weistritz und der Lohe, vom Eulengebirge im S. durch eine breite Talsenkung getrennt. Der eigentliche Zobtenberg ist mit 718 m die höchste Erhebung, von fast kegelförmiger Gestalt und dicht bewaldet. Er hat zwei Spitzen und gewährt eine weite Aussicht auf die Sudeten. Der Zobtengebirgsverein hat sich durch Anlage von Wegen etc. verdient gemacht; ein Wirtshaus bietet Unterkunft. Der Name wird von dem slawischen Gora sobotkaHeiliger Berg«) abgeleitet. Im 11. Jahrh. stand auf der höchsten Spitze eine Burg, die 1108 zu einem Kloster der Augustiner eingerichtet, später zu einer Raubburg umgewandelt, aber 1471 zerstört wurde. 1702 ward an ihrer Stelle eine Kapelle erbaut, in der jährlich am Feste Mariä Heimsuchung Gottesdienst gehalten wird. Die den Z. umgebenden Bergmassen sind am höchsten im SO., woselbst der Geiersberg (573 m) ansteigt. Eine ziemlich lange Bergreihe erstreckt sich von dem letztern nach W. und endet mit dem Költschener Berg (466 m). Die Basis des Z. bildet Granit und hier und da Gneis, auf welchen beiden Gesteinen im eigentlichen Z. Serpentin und Urgrünstein lagern. Vgl. Sadebeck, Der Zobtenberg und seine Umgebung (Bonn 1856); Adler, Älteste Geschichte der am Fuß des Z. liegenden Dörfer etc. (Bresl. 1873); »Zobtenführer, herausgegeben vom Gebirgsverein« (das. 1904).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 973.
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