Cicognāra

[139] Cicognāra (spr. Tschikonjara), Leopoldo Graf C., geb. 1767 in Ferrara, zeigte von früher Jugend an große Vorliebe für die Kunst, erhielt 1796 in der Cisalpinischen Republik eine der ersten Verwaltungsstellen, wurde 1808 Präsident der Kunstakademie in Venedig, blieb dies auch nach Napoleons Sturz, überbrachte 1818, an der Spitze einer Deputation, der Kaiserin Karoline die von Seiten Venedigs ihr verehrten Kunstwerke, wurde aber mit einem anderen in das Carbonariwesen verwickelten u. verhafteten C. verwechselt u. bei seiner Rückkehr von einer Reise nach Deutschland so kalt aufgenommen, daß er seine Stellung deßhalb aufgab u. nach Rom ging, wo er als Director der Vaticanischen Sammlungen 1834 st. Er schr.: Ommaggio delle Provincie Venete alla Maestà di Carolina Augusta, Ven. 1818; Storia della scultura dal suo risorgimento in Italia sino al secolo XIX., 3 Bde., Fol., mit Kupfern, Ven. 1813–18, 2. A. Prato 1823, 9 Bde.; Del bello, Pisa 1808; Memoire stor. dei letterati ed artisti Ferraresi, Ferrara 1811; De fabbriche piu cospicue di Venezia, Ven. 1820; Katalog seiner Bibliothek (welche er an die Vaticana verkaufte), Pisa, 2 Bde.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858, S. 139.
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