Lambese

[57] Lambese (Lambesa, Lambessa, Lambâsa, a. Geogr.), Stadt in Mauritania sitifensis, Geburtsort Jugurtha's u. Masinissa's, einst groß u. prächtig, war unter Augustus das Standquartier der dritten Legion, wurde von den Vandalen wahrscheinlich im 5. Jahrh. n. Chr. zerstört u. unter arabischer u. türkischer Herrschaft gänzlich verödet; jetzt französische Verbrechercolonie in der dritten Militärsubdivision der Provinz Constantine in Algier, am nordwestlichen Abhange des Dschebel Aures. Die Ruinen des alten L. wurden erst 1844 durch eine französische Expedition wieder aufgefunden. Die Mauern des römischen Lagers waren noch ziemlich gut erhalten, wurden jedoch 1849 abgebrochen u. seit 1850 zum Bau eines Zuchthauses verwendet. 1852 wurde die Anstalt eröffnet, u. seitdem ist L. Colonie für politische Gefangene u. gemeine Verbrecher; von den Letzteren treiben viele ihre früheren Gewerbe fort u. dürfen ihre Arbeiten in der Kirche zum Verkauf ausstellen. Außer dem eigentlichen Zuchthause (Zellengefängniß) hat L. noch eine Kirche, Magazine, eine Kaserne, Hospital, Ingenieurwerkstätte u. die nöthigen Verwaltungsgebäude.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 57.
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