Alānen

[252] Alānen (Alani, fälschlich Albani), kein germanisches, sondern sarmatisches Nomadenvolk in der Steppe nördlich vom Kaspischen Meer und vom Kaukasus bis zum Tanaïs, wurden 65 v. Chr. von Pompejus bekämpft, beunruhigten unter den Flaviern die römische Reichsgrenze und wurden unter Hadrian durch den Feldherrn und Militärschriftsteller Arrian im Zaum gehalten. Marcus Aurelius hielt sie mühsam in ihren Grenzen; Tacitus (275 n. Chr.) schloß mit ihnen Verträge. 370 wurden sie von den Hunnen unterworfen; ein Teil floh in den Kaukasus (Osseten), ein andrer vereinigte sich mit den Westgoten und focht mit ihnen bei Adrianopel 378 gegen Kaiser Valens; der größte Teil des Volkes schloß sich dem Zug der Hunnen an. Die A., die in Pannonien saßen, nahmen 405 an Radagais' Einfall in Italien teil, gingen mit Vandalen und Sueven über den Rhein und die Pyrenäen und gründeten 411 in Lusitanien (Portugal) ein Reich; dort unter ihrem Fürsten Addac von dem Westgoten Wallia besiegt, siedelten sie mit den Vandalen 429 nach Afrika über. Ein Teil der A. besaß unter Aëtius Valentia (Valence an der Rhône) und focht 451 bei Catalaunum mit gegen die Hunnen; andre saßen bei Orléans und in der Bretagne. Ein ebenfalls aus Gallien nach Italien vordringender Haufe A. unter Beorgus wurde 464 bei Bergamo von Ricimer geschlagen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 252.
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