Berthollet

[731] Berthollet (spr. -lä), Claude Louis, Graf von, Chemiker, geb. 9. Dez. 1748 zu Talloire in Savoyen, gest. 6. Nov. 1822 in Arcueil bei Paris, studierte in Turin, wurde 1794 Professor an der Normalschule in Paris, ging 1796 nach Italien, um die erbeuteten Kunstschätze für die Pariser Kabinette auszuwählen. wohnte dann der Expedition nach Ägypten bei, wurde nach dem 18. Brumaire Mitglied des Erhaltungssenats und Graf und erhielt 1804 die Senatorie von Montpellier. Ludwig XVIII. ernannte ihn zum Pair. Auf seinem Landhaus zu Arcueil unterhielt er ein chemisches Laboratorium und eine Gesellschaft von Chemikern (Société d'Arcueil), die drei Bände »Mémoires« herausgab. Er entdeckte die Zusammensetzung des Ammoniaks, arbeitete über das Chlor und dessen Anwendung zum Bleichen (Bertholletsche Bleichflüssigkeit), über das chlorsaure Kali, über das Knallsilber (Bertholletsches Knallpulver)[731] über Färberei etc. Von großer Bedeutung waren seine Ausstellung einer chemischen Statik und seine Darstellung der Gesetze der Verwandtschaft in der Chemie, auch trug er am meisten zur Reform der chemischen Nomenklatur bei. Er schrieb: »Méthode de nomenclature chimique« (mit Lavoisier, Par. 1787); »Eléments de l'art de la teinture« (das. 1791, 2 Bde.; 1805; übersetzt von Gehlen, Berl. 1806); »Description de l'art du blanchiment des toiles par l'acide muriatique oxygéné« (Par. 1795); »Recherches sur les lois de l'affinité« (das. 1801; übersetzt von Fischer, Berl. 1802); »Essai de statique chimique« (Par. 1803, 2 Bde.; deutsch von Bartholdy, Berl. 1811).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 731-732.
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