Eulenberg

[161] Eulenberg, Hermann, Mediziner, geb. 20. Juli. 1814 in Mülheim a. Rh., gest. 4. Okt. 1902 in Bonn, studierte seit 1832 in Bonn und Berlin, ließ sich als Arzt in Lennep nieder, wurde 1846 Physikus in Bonn und habilitierte sich hier als Privatdozent für gerichtliche Medizin und Arzneimittellehre. 1850 ging er als Physikus und Medizinalrat am Medizinalkollegium nach Koblenz. Er beschäftigte sich hier mit Kropf und Kretinismus und schrieb mit Marfels: »Zur pathologischen Anatomie des Kretinismus« (Wetzl. 1857); auch begründete er mit Erlenmeyer das »Korrespondenzblatt der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und gerichtliche Medizin«. 1860 wurde E. als Regierungs- und Medizinalrat nach Köln versetzt und widmete sich nun mehr und mehr der öffentlichen Gesundheitspflege. 1870–87 war er vortragender Rat im Kultusministerium und 1871 Mitglied der wissenschaftlichen Deputation. Seitdem lebte er in Bonn. Er schrieb: »Die Lehre von den schädlichen und giftigen Gasen« (Braunschw. 1865); »Das Medizinalwesen in Preußen« (Neubearbeitung des Hornschen Werkes, Berl. 1874); »Handbuch der Gewerbehygieine« (das. 1876); »Handbuch des öffentlichen Gesundheitswesens« (im Verein mit Fachgenossen, das. 1881–82, 2 Bde.); »Schulgesundheitslehre« (mit Bach, das. 1891; 2. Aufl., das. 1900); auch redigierte er 1871–1890 die »Viertelsjahrsschrift für gerichtliche Medizin und öffentliches Sanitätswesen«.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 161.
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