Hambacher Fest

[676] Hambacher Fest, große Volksversammlung, die am Jahrestag der bayrischen Verfassung, 27. Mai 1832, nach dem Schloß Hambach (jetzt Maxburg) bei Neustadt a. d. Hardt 30,000 Menschen, meist aus der Rheinpfalz, zusammenströmen ließ. Wirth, Siebenpfeiffer u. a. hielten begeisterte Reden, proklamierten die Volkssouveränität als Grundlage aller Staaten und bezeichneten die Republikanisierung und Einigung Deutschlands und eine Konföderation der europäischen Freistaaten als Ziel ihres Strebens. Die bayrische Regierung schickte Wrede mit Truppen und außerordentlichen Vollmachten nach der Pfalz und unterdrückte die Bewegung, welche die Bundesbeschlüsse vom 28. Juni und 5. Juli 1832 zeitigte. Wirth und Siebenpfeiffer wurden verhaftet und 1833 verurteilt, andre Redner entflohen nach Frankreich. Am 27. Mai 1872 aber wurde mit Genehmigung des Königs von Bayern auf dem Schloß das 40jährige Jubiläum des Festes gefeiert. Vgl. Wirth, Das Nationalfest der Deutschen zu Hambach (Neustadt 1832).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 676.
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