Janson

[171] Janson (spr. schangßóng), Paul, belg. Politiker, geb. 11. April 1840 in Herstal (bei Lüttich) als Sohn eines Franzosen, 1877–84,1889–94 und seit 1900 Mitglied der Kammer für Brüssel, wo er als Advokat, vorübergehend als Universitätsprofessor der Rechte wirkte, 1894–1900 Vertreter Lüttichs im Senat, rief als Führer einer von ihm gegründeten radikal-republikanischen Fraktion durch seine Forderung des allgemeinen Stimmrechts bald im liberalen Lager eine Spaltung hervor, die 1884 den Sturz des doktrinär-liberalen Kabinetts Frère-Orban (s. d.) zur Folge hatte, trug durch seine Wahlrechtsagitation zur Einführung des Pluralvolums (1893), bez. der Proportionalwahl (1899) bei den Kammerwahlen bei und war 1902 am Zustandekommen der antiklerikalen Massendemonstrationen in Belgien (s. d., S. 604 f.) zugunsten des allgemeinen gleichen Wahlrechts hervorragend beteiligt. Er schrieb: »La main-morte monacale« (Brüss. 1883).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 171.
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