Kensington-Museum

[836] Kensington-Museum (South Kensington-Museum, seit 1899 Victoria and Albert-Museum), mit einer Kunstschule verbundenes Kunstgewerbemuseum in London, im Stadtteil Kensington, 1852 zum Zweck der allgemeinen Förderung des Kunstgewerbes gegründet und mit ca. 800,000 Mk. dotiert, seit 1899 durch einen Anbau mit einem Aufwande von 10 Mill. Mk. beträchtlich erweitert. Es enthält ein Museum ornamentaler Kunst (mit Kunstwerken des Mittelalters und der Neuzeit, Gipsabgüssen etc.), eine Gemäldegalerie (National Gallery of British Art), eine Kunstbibliothek, eine Bibliothek für Wissenschaft und Erziehung, eine Kunstschule (s. unten). Gegenüber dem Westeingang des Museums sind die Ausstellungsgalerien, in denen die Sammlungen des frühern Patentamts-Museums (Maschinen etc.) und des India-Museums untergebracht sind. In der Kunstschule (National Art Training School) werden nicht nur Künstler und Kunsthandwerker im Zeichnen, Malen und Modellieren unterrichtet, sondern auch Lehrer und Lehrerinnen für die Kunstschulen im Land ausgebildet. Die Organisation ist derart, daß für zwei gleichzeitige Kurse, sogen. Tag- und Nachtschulen, vollständige Einrichtungen und Ausrüstungen mit den nötigen Hilfsmitteln bestehen. Die Zöglinge, die mit glücklichem Erfolg die verschiedenen Klassen absolvieren und dabei die Auszeichnung zweijähriger Stipendien genossen haben, sind bei dem Austritt aus der Kunstschule berechtigt, in jeder Kunstschule des Königreichs als Lehrer einzutreten. Neben diesen Normalschulen bestehen in denselben Räumen des Museums Unterrichtsschulen für Dilettanten.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 836.
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