Saint-Gilles [1]

[437] Saint-Gilles (spr. ßäng-schīl'), 1) (fläm. St. Gillis) Vorstadt im Süden von Brüssel, am südlichen Staatsbahnnetz, mit der Kirche St.-Gilles, der Münze, dem Zellengefängnis, zahlreichen Unterrichtsanstalten, Fabrikation von Wagen, Maschinen, Chemikalien, Bronze- und Kupfergießerei und (1905) 60,086 Einw. – 2) (S. les Boucheries) Stadt im franz. Depart. Gard, Arrond. Nîmes, am Kanal von Beaucaire, nahe dem Petit Rhone, über den eine Hängebrücke nach der Insel Camargue führt, an der Lyoner B. hn, hat eine romanische, 1116 begonnene, aber unvollendete Abteikirche mit schöner Portalanlage, berühmter Wendeltreppe (Vis de S.) und einer Krypte, ein romanisches Presbyterium (12. Jahrh.), ausgezeichneten Weinbau (5000 Hektar), Gemüsebau, Branntweinbrennerei und (1901) 5234 (als Gemeinde 6381) Einw. S. ist die Vaterstadt des Papstes Clemens IV. Die Abtei wurde 1538 aufgehoben. Vgl. Raybaud, Histoire des grands prieurs et du prieuré de S. (hrsg. von Nicolas, Nimes 1904, Bd. 1).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 437.
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