Sainte-Croix

[434] Sainte-Croix (spr. ßängt'krūá), 1) (Santa Cruz) dänisch-westind. Insel, eine der Jungferninseln, 40 km lang, bis 10 km breit und 218 qkm groß, mit (1900) 18,590 Bewohnern (meist Englisch sprechende Neger). Die aus tertiärem Kalkstein und alten Eruptivstöcken bestehende Insel wird teilweise von Korallenriffen umsäumt, erhebt sich im NW. bis 352 m und wird durch kleine Bäche bewässert, die jedoch im Sommer versiegen. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 27,2°. Hauptprodukte sind Zucker (1900: 6500 Hektar) und Baumwolle, auch die Viehzucht ist nicht unbedeutend. Die wichtigsten Häfen sind Frederikstaed (1900: 3683 Einw.), an einer weiten Bai der Westküste, und die Hauptstadt Christianstaed (s. d.). S. wurde von Kolumbus auf seiner zweiten Fahrt entdeckt, abwechselnd von Holländern, Engländern und Spaniern behauptet, kam 1651 als französisches Lehen in den Besitz der Malteserritter und wurde 1733 von Dänemark für 750,000 Lire gekauft. – 2) Flecken im schweizer. Kanton Waadt, Bezirk Grandson, 1091 m ü. M., am Endpunkt einer bei Yverdon (s. d.) an die Jura-Simplonbahn anschließenden Lokalbahn, mit (1900) 5905 Französisch sprechenden, vorherrschend kath. Einwohnern. S. ist Zentrum der Fabrikation von Musikdosen, Phonographen, Uhren, Glühlampen, photographischen Apparaten etc., hat Möbeltischlerei, Sekundär-, Latein- und höhere Mädchenschule, Museum mit jurassischen Versteinerungen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 434.
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