Sankt Andreasberg

[555] Sankt Andreasberg, Stadt und klimatischer Kurort im preuß. Regbez. Hildesheim, Kreis Zellerfeld, eine der ältesten Bergstädte des Oberharzes, an der Staatsbahnlinie Scharzfeld-S., 580–627 m ü. M., hat steil aufsteigende Straßen, eine evang. Kirche, Berginspektion, Hüttenamt, Oberförsterei, 2 Badehäuser (für Fichtennadel-, Sol-, Wasserbäder etc.), Fabrikation von Möbeln und Kisten, Zigarren und Ultramarin, Holzschleiferei, mechanische Weberei, Sägemühlen, Spitzenklöppelei, Rindviehzucht, berühmte Kanarienvögelzucht (jährlich ca. 28,000 Stück im Werte von 160–180,000 Mk.) und (1905) 3677 meist evang. Einwohner. Die Zahl der Kurgäste betrug 1905: 4199. Der dortige, neuerdings sehr zurückgegangene Bergbau auf Silber, Blei, Kupfer, [555] Eisen und Kobalt datiert aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. und wurde zuerst von Joachimsthaler Vergleuten betrieben. Sein Abbaufeld geht weit in die Tiefe. Die Sohle des Samsonschachts liegt noch 190 m unter dem Spiegel der Ostsee. Das für den Betrieb erforderliche Wasser wird der Stadt durch den Rehberger Graben aus dem Oderteich (s. Oder 2) zugeführt. Zu der Stadt gehören die drei Lungenheilanstalten Glückauf, Oderberg und Felixstift. Vgl. Credner, Geognostische Beschreibung des Bergwerksdistrikts S. (Berl. 1865); Böcker, S. und seine Kanarienzucht (Ilmenau 1886).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 555-556.
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