Tarapacá

[321] Tarapacá, Provinz im nördlichen Chile, am Stillen Ozean, durch den Rio Camarones von Tacna, durch den Lota von Antofagasta und durch die Cordillera Silillica und die Sierra de Huatacondo von Bolivia geschieden, 46,957 qkm mit (1903) 101,802 Einw. Die Provinz gliedert sich in vier mit der Küste parallele, scharf geschiedene Zonen: den Küstenstrich mit Guanolagern und der Küstenkordillere mit reichen Silber- und Kupferminen, in die dahinter liegende, 1000–1300 m hohe, an Salpeter reiche Zone (salitrera), die 40–45 km breite Pampa de Tamarugal, eine sandige Wüste, in der man aber in 10–50 m Tiefe gutes Trinkwasser findet, während die ersten beiden Zonen wasserlos sind; endlich die vierte Zone, die Serranias der Anden, mit zwei Ketten, von denen die östlichere höhere (Vulkan Isluga 5200, Cerro de Carabaya 5486, Vulkan Tua 4870 m) den Rand des großen Binnenplateaus bildet. Die meisten Flüsse versiegen im Sommer, nur wenige erreichen das Meer. Das Klima zeigt große Extreme zwischen Tag und Nacht; Regen fällt sehr selten, dagegen sind Tau und Reif stark. Sandstürme und dichte Nebel sind häufig. Nur an wenigen, durch Bewässerung begünstigten Stellen gedeihen Baumwolle, Bananen, Zuckerrohr, Wein. Der Reichtum der Provinz beruht auf ihren Bodenschätzen. Neben den reichen Salpeterlagern der Pampa de Tamarugal, die von der Bahn Iquique-Pisagua und der Linie Lagunas-Patillos berührt[321] werden, gibt es Borax und Jod, Goldwäschen und die früher sehr reiche Silbermine von Huantajaya. Auf die Hauptstadt Iquique kommen allein 43,000 Einw. Die Provinz wurde 1879 von Chile besetzt und an dasselbe 1883 von Peru abgetreten.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 321-322.
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