Dammāra

[665] Dammāra (D. Rum., Dammarianne), Pflanzengattung aus der Familie der Coniferen, Unterfamilie: Araucarieae; Arten: D. australis (Agathis australis Lindl.), der Baum, von dem das Neuseeländische Dammaraharz, Cowdenharz (s.d.), kommt, neuseeländischer Baum, wird bis 90 Fuß hoch, 10–12 Fuß im Durchmesser; das Holz, hellfarbig u. geadert, läßt sich gut hobeln u. wird zum Schiffsbau, bes. zu Masten, verwendet; D. orientalis (D. alba Rumpf., Agathis loranthifolia Salisb.), auf den Molukken. Von der letzteren kommt das Dammaraharz (Dammara. puti, Steinharz, Katzenaugenharz), es fließt aus den oft kopfgroßen Auswüchsen über der Wurzel, ist weiß u. klebrig, nach einigen Monaten erhärtend, bildet erbsen- bis hühnereigroße, rundliche, außer weiß bestaubte, innen durchscheinende bis durchsichtige zerreibliche Stücke, mit muschelig glänzendem Bruch, schmilzt leicht, löst sich leicht in Terpentinöl, spec. Gewicht 1,042–1,123; enthält 2 verschiedene Harze: a) Alphaharz, ist löslich in kaltem Alkohol, gelb, riecht dem Copaivabalsam ähnlich, Schwefelsäure u. Salzsäure färben es roth; Wasser fällt es aus seiner alkoholischen Lösung; das Dammaraharz enthält ungefähr 83 Procent davon; b) Betaharz (Dammarin), ist schwer löslich in kaltem Alkohol, löslich in siedendem Alkohol, scheidet sich beim Erkalten daraus ab, unlöslich in Alkalien. Das Dammaraharz wird zu Lackfirnissen benutzt, die den Mastixfirniß zum Überziehen von Gemälden etc. bei Weitem übertreffen. Die Auflösung in bloßem Terpentin behält eine klebende Eigenschaft; um daher einen guten Dammaralack darzustellen, werden 3–31/2 Th. des Harzes in einer Mischung von 4 Th. Terpentinöl u. 2 Th. Alkohol gelöst. Dieser gut trocknende feste Lack kann auch mit Copallack gemischt werden; er eignet sich vorzüglich zum Retouchiren für Maler. Das Schwarze Dammarharz kommt von Marignia acutifolia, ist anfangs weich, später hart, wird schwarz, riecht stark, wird wie Pech gebraucht.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858, S. 665.
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