Heiligenstadt

[175] Heiligenstadt, 1) (sonst Obereichsfelder Kreis), Kreis des Regierungsbezirks Erfurt (preuß. Provinz Sachsen), Theil des vormaligen Eichsfeldes; 7,44 QM., 42,600 Ew.; 2) Kreisstadt darin, an der Leine u. der in sie fallenden, in der Nähe einen Wasserfall (Schluche) bildenden Geislede; eine evangelische u. 2 katholische Kirchen, Schloß, Gymnasium, Schullehrerseminar, 2 Waisenhäuser, Armen-, Kranken- u. Arbeitshaus, Wollenspinnerei, 2 Zeugfabriken, Bandfabrik; Freimaurerloge: Tempel der Freundschaft; 5100 Ew; in der Nähe berühmter Calvarienberg. – H., angeblich von Dagobert über der Gruft des von den Thüringern erschlagenen Bischof Aureus von Mainz erbaut, war sonst die Hauptstadt des Eichsfeldes; brannte 1333 ab; wurde 1478 vom Grafen Heinrich dem Jüngern von Schwarzburg u. 1525 vom Herzog Heinrich von Braunschweig eingenommen. 3) (Lutherisch-Hallstadt), Marktflecken an der Leinleither im Landgericht Ebermannstadt des baierischen Kreises Oberfranken; Tuchfärberei, Leinwanddruckerei, Seifensiederei; 500 Ew.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 175.
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