Lasteyrie du Saillant

[140] Lasteyrie du Saillant (spr. Lastehri Düsaljang), 1) Charles Philibert, Comte de L., geb. 1759 in Brives la Gaillarde, emigrirte nach Spanien; führte die Merinoschafe in Frankreich ein u. war überhaupt nach mehreren Reisen für Industrie, Landbau, Bellancastersche u. Jacototsche Methode sehr thätig u. auch einer der Stifter der Société d'encouragement, der S. centrale et nationale d'agriculture, der S. asiatique, der S. de vaccine u. der S. d'instructi on élémentaire, u. st. 3. Nov. 1849 in Paris. Er schr.: Sur les bêtes à laine d'Espagne, Par. 1799; Hist. de l'introduction des moutons à laine d'Espagne, ebd. 1802; Traité des constructions rurales (aus dem Englischen), ebd. 1802; De l'engraissement des bestiaux, ebd. 1804; Du cotonnier et de sa culture, ebd. 1808; Du pastel, de l'indigoterie etc., ebd. 1811; Nouveau système d'éducation pour les écoles primaires, ebd. 1815–1819; Méthode naturelle de l'enseignement des langues, ebd. 1826; Résumé de la méthode de M. Jacotot (nach den sechs ersten Büchern des Telemach), Grenoble 1829; Tableaux de lecture sans épellation, Par. 1833; Hist. naturelle et économique du mouton et de la chèvre; du cheval, de l'âne de du mulet; du chien; du cochon, du lapin, du cochon d'Inde, du chat et du furet; du chameau, du dromadaire, du renne, du lama et de la vigogne; du boeuf, de la vache et du buffle, sämmtlich Par. 1834; La lecture par images, ebd. 1834; Typographie économique, ebd. 1837; Des droits naturels de tout individu vivant en société, ebd. 1845; Histoire de la confession sous ses rapports religieux, moraux et politiques, ebd. 1846; gab heraus: Histoire natur. des mammiferes, von St. Hilaire u. Cuvier, ebd. 1819, 40 Lieferungen; Planches anatom. du corps humain, mit Text von Antommarchi, ebd. 1823–26; u. war auch Redacteur des Journal des connaissances usuelles seit 1817. 2) Ferdinande de L., Sohn des Vor., geb. 1800, studirte die Bergwerkskunde u. wurde 1830 in der Julirevolution Adjutant seines Oheims Lafayette. Unter Ludwig Philipp erhielt er Anstellung im Departement der öffentlichen Arbeiten, bekam die Inspection über den Brücken- u. Straßenbau, arbeitete von 1837 an im Ministerium des Innern u. wurde später ins Departement des Cultus berufen. 1842 in die Deputirtenkammer gewählt, stimmte er mit der Linken; 1848 in die Constituante vom Seinedepartement gewählt, trat er in das Comité für die innern Angelegenheiten u. zeigte sich bei den Verhandlungen des gesetzgebenden Körpers als gemäßigter Republikaner; beim Staatsstreiche, den 2. Dec. 1851, blieb er frei, wurde jedoch als Mitglied der Pariser Municipalcommission entlassen. Er schr.: Histoire de la peinture sur verre d'apres ses monuments en France, Par. 1837. 3) Julesde L., Enkel des Generals Lafayette, Vetter des Vor., geb. 1810 auf dem Schlosse La Grange, wurde Militär u. diente 1832–33 in Portugal bei den Truppen der Königin Marie. Nach Frankreich zurückgekehrt, beschäftigte er sich mit publicistischen Arbeiten u. wurde 1842 in die Kammer gewählt, wo er mit der Tiers-parti stimmte; obgleich 1847 zur Opposition übergetreten, war er doch 1848 nicht mit der Februarbewegung einverstanden; am 24. Febr. begleitete er die Herzogin von Orleans in die Deputirtenkammer u. dann ins Invalidenhotel u. war hierauf der Herzogin von Montpensier u. der Prinzessin Clementine zur Flucht aus Frankreich behülflich. In der Nationalversammlung gehörte er zum Centrum; in der Gesetzgebenden 1849 war er einer der sechs Vicepräsidenten, wurde hierauf Mitstifter des Orleanistischen Comités u. gehörte zu den Burggrafen; im Juli 1851 stimmte er gegen die Verfassungsrevision u. ging im August mit nach Clermont. Beim Staatsstreiche, Dec. 1851, verhaftet u. hierauf aus Frankreich verbannt, begab er sich nach London, erhielt jedoch im August 1852 die Erlaubniß, in sein Vaterland zurückzukehren.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 140.
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