Martyrologĭum

[934] Martyrologĭum (gr. Menologium, Analogium, Synaxaria, Calendarium sanctorum), Verzeichniß der Märtyrer u. anderer Heiligen, mit Angabe des Tages ihres Todes, ihrer Verehrung etc.; zuweilen ihrer Lebensumstände u. ihrer Todesart. Die Martyrologien sind sehr alt, obschon es zu bezweifeln ist, daß Clemens von Rom das erste veranstaltet habe. Auch dem Eusebius u. Hieronymus schreibt man Martyrologien zu, die Fragmente, welche wir unter ihren Namen haben, sind indeß späteren Ursprungs. Auch das M. Beda's ist unecht. Im 9. Jahrh. schrieben Usuardus ein größeres M. nach den Schriften des Florus u. Addo., Erzbischof zu Vienne, herausgeg. von Jak. Mosander, Köln 1589. In Deutschland verfaßten Martyrologien Hrabanus u. Notker. Noch später erschienen Martyrologien einzelner Völker u. Städte, so ein M. anglicum, M. belgicum, M. brixianum, M. gallicanum, M. germanicum (v. Canisius herausgeg. 1852, mit Zusätzen 1597, ein anderes von D'Achery u. ein drittes von M. F. Beck, Augsb. 1687), M. hispanicum, M. italicum, M. lusitanicum; auch einzelner Orden: M. ordinis St. Benedicti, M. St. Francisci; M. Malthesiorum, M. Praedicatorum etc. Das römische, von Baronius 1586 edirte M. behandelt dagegen Heilige aller Länder, heißt deshalb das M. universale u. erschien in vermehrter Auflage von Heribert Rosweid. Ein anderes M., von den Cistercienzern durchgesehen, erschien Rom 1738 u. 1748. Vgl. Bollandus u. Heiligengeschichte.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 934.
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