Nimwegen

[962] Nimwegen (Nymegen, franz. Nimègue), 1) Bezirk in der niederländischen Provinz Geldern; 66,000 Ew.; 2) (Neumagen), Hauptstadt u. Festung darin, am linken Ufer der Waal auf sieben Hügeln erbaut (mit fliegender Brücke nach dem Dorfe Lent); hat Handelsgericht, Rathhaus (mit Sammlung römischer Alterthümer), 8 Kirchen (Stephanskirche), mehre Schulen, 2 Hospitäler; man fertigt messingene Rauchtabaksdosen, Leim, Leder, Bier (Weißbier: Moll), Blechwaaren, Bergblau, Siegellack; treibt Speditionshandel; 22,120 Ew. Dabei auf dem Humerberge die Trümmer von Falkenhof od. Falkenburg (angeblich von Karl dem Großen erbaut, Residenz der Burggrafen von N.), mit Promenaden u. einem alten, 16eckigen Baptisterium, der Spatziergang Kalverbosch, Thurm Belvedere mit schöner Aussicht, der Anfang der Mooker Haide. – N. ist das alte Noviomagus, eine Stadt der Bataver. Später hatte Karl der Große dabei ein Palatium; im Mittelalter wurde es der Hauptort der Hanse in Geldern u. trat 1579 dem Utrechter Bündniß bei. Bei N. am 14. April 1574 Schlacht, gewöhnlich die in der Mooker Haide (s.d.) genannt; N. wurde 1585 von den Spaniern erobert, 1590 von Moritz von Nassau wieder genommen u. 1672 ergab sich N. an die Franzosen. Hier Friedenscongreß vom Spätjahr 1676–1679. Frankreich schloß dort am 10. August 1678 Frieden mit den Vereinigten Provinzen, diese im October mit Schweden, Frankreich am 17. Sept., mit Spanien (am 13. Dec. ratificirt) u. mit dem Kaiser Leopold I. am 5. Febr., vgl. Frankreich (Gesch.) VII. B). 1702 wurde N. von den Franzosen überfallen; 8. Sept. 1794 den Franzosen nach kurzer Vertheidigung übergeben; 4) Reich von N., die Gegend zwischen der Maas u. Waal.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 962.
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