Schleiden [2]

[225] Schleiden, 1) Matth Jak., geb. 5. April 1804 in Hamburg, studirte seit 1824 in Heidelberg die Rechtswissenschaften, kehrte 1827 nach Hamburg zurück, um sich der advocatorischen Praxis zu widmen, wendete sich aber seit 1833 in Göttingen u. Berlin dem Studium der Medicin u. Naturwissenschaft bes. der Botanik u. Physiologie, zu u. wurde 1839 Professor in Jena. Er schr.: Grundzüge der wissenschaftlichen Botanik, Lpz. 1842 f., 3. Aufl. 1850, 2 Bde.; Beiträge zur Botanik, ebd. 1844; Die Botanik als inductive Wissenschaft, ebd. 1841, 4. A. 1861; Handbuch der medicinisch-pharmaceutischen Botanik, 1851; Die Pflanzen u. ihr Leben, ebd. 1850, 3. Aufl. 1852; mit E. E. Schmid: Geognostische Beschreibung des Saalthals, ebd. 1846, u. Encyclopädie der theoretischen Naturwissenschaft, Braunschw. 1850 ff., u. (unter dem Pseudonym Ernst) Gedichte, Lpz. 1858; u. gab mit Nägeli die Zeitschrift für wissenschaftliche Botanik, Zürich 1844 ff., heraus. 2) Rudolf, Bruder des Vorigen, widmete sich dem dänischen Justizdienst u. arbeitete namentlich an der Zollgrenzregulirung Holsteins mit. Nach der Erhebung der Herzogthümer jedoch verließ er sein Amt in Kopenhagen, um sich der provisorischen Regierung zur Verfügung zu stellen, u. wurde als Mitglied des Vorparlaments nach Frankfurt, später aber von der Statthalterschaft als Agent nach Berlin gesandt. Nach dem Einrücken der Österreicher in die Herzogthümer verließ S. Holstein u. ging nach Bremen, welches ihn 1853 zu seinem Ministerresidenten in Washington ernannte.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 15. Altenburg 1862, S. 225.
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