Wille [3]

[232] Wille, Joh. Georg, geb. 1715 in einer Mühle bei Gießen am Fuße des Diemsberges, kam als Büchsenmacher nach Strasburg, von wo er mit dem Kupferstecher G. F. Schmidt nach Paris reiste. Von Gravirungen auf Büchsenbeschlägen ging er zum Kupferstechen fort, wurde Hofkupferstecher les Königs von Frankreichs, des Deutschen Kaisers u. des Königs von Dänemark. In der Revolution verlor er sein ganzes Vermögen u. dazu sein Augenlicht, so daß er vom Kunsthandel leben mußte. Er ließ zuletzt 36 seiner besten Platten auf 19 Fotobogen drucken mit einem Titelblatt, auf welchem er als blinder Bettler von einem Hunde geführt vorgestellt ist. Er st. 8. Aug. 1806 in Paris. Man kennt von seiner Hand 198 Blätter, ausgezeichnet durch Genauigkeit u. Gleichmäßigkeit im Stich u. durch eine ebenso kunstreiche als geschmackvolle Behandlung der einzelnen Stoffe.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 232.
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