Zeune

[594] Zeune, 1) Johann Karl, geb. 29. Ort. 1736 in Stolzenhayn bei Naumburg; wurde Professor der Philosophie in Leipzig u. 1776 in Wittenberg u. st. 8. Nov. 1788; er ist Herausgeber des Terentius, Macrobius, mehrer Schriften Xenophons u. des Viger, s.d. a. 2) Johann August, Sohn des Vorigen, geb. 12. Mai 1778 in Wittenberg, studirte auf der Universität daselbst, wurde 1802 Docent[594] der Erdkunde an derselben, 1803 Lehrer am Grauen Kloster in Berlin, gründete 1806 eine Blindenanstalt daselbst, wurde 1810 Professor der Geographie an der dortigen Universität, bereiste 1820 u. 1824 Holland, Frankreich, England u. die Schweiz, um die dortigen Taubstummen- u. Blindenanstalten kennen zu lernen, u. st. 14. Nov. 1853 in Berlin. Z. wirkte bes. durch Schriften u. That für besseren Blindenunterricht, stiftete 1814 die Berliner Gesellschaft für Deutsche Sprache u. 1828 die für Erdkunde u. schr: Gea, Versuch einer wissenschaftlichen Erdbeschreibung, Berl. 1808, 3. Ausg. 1830; Über die Basaltpolarität, ebd. 1809; Belisar, über den Unterricht der Blinden, ebd. 1808, 2. A. 1838; Über Blinde u. Blindenanstalten, ebd. 1817; Über Schädelbildung zur festern Begründung der Menschenracen, ebd. 1846, u.a.m.; er gab auch das Nibelungenlied übersetzt heraus, ebd. 1814, u. den Text im Originale, ebd. 1815.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 594-595.
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