Harald

[799] Harald, altgerm. Name (mit hari, »Herr, Kämpfer«, zusammenhängend, das jetzige »Herold«). Von Fürsten dieses Namens seien genannt:

[Könige von Dänemark.] 1) H. Hildetand (»Kriegszahn«), soll im 7. Jahrh. regiert haben. Sein Tod in der Schlacht auf Bråvallahed (s. d.) ist, wie Sophus Bugge (s. d.) 1903 nachwies, eine Sage.

2) H. Klak, wurde von Gottfrieds (Götriks) Söhnen aus Jütland vertrieben. 826 in Ingelheim getauft, kehrte er in Begleitung des heil. Ansgar (s. d.) zurück, mußte aber bald von neuem fliehen und starb in Friesland. Vgl. S. A. Sörensen, Om Kong Haralds Daab Aar 826 (Christiania 1902).

3) H. Blåtand (»Blauzahn«), gest. 1. Nov. 986 oder 987 auf der Jomsburg (s. d.), Sohn Gorms des Alten (s. d.), regierte seit 940, unterstützte anfangs H. Gråfäll (s. unten: H. 8), stürzte ihn aber bald wieder und brachte Norwegen unter dänische Oberhoheit. Von Kaiser Otto II., der 974 das Danewerk (s. d.) überschritt, wurde er besiegt und zum Frieden genötigt, später jagte ihn sein Sohn Sven Gabelbart, den er sich durch Begünstigung des Christentums entfremdete, in die Verbannung.

4) H., gest. 1018, regierte seit dem Tode seines Vaters Sven Gabelbart (1014).

5) H. Hein (»der Weiche«), gest. 1080, führte nach dem Tode seines Vaters Sven Estridsön (1076) eine friedliche Regierung. Vgl. Raeder, Danmark under Svend Estridsen og hans Sönner (Kopenh. 1871).

[Könige von England.] 6) H. I., Harefot (»Hasenfuß«, wegen seiner Schnelligkeit), Sohn Knuts d. Gr. und der Aelfgiva, wurde nach Knuts Tode 1035 in Oxford zum König erwählt, starb aber schon 1040, noch ehe sein Stiefbruder Hartaknut von Dänemark, der ihm die Krone streitig machte, in England gelandet war.

7) H. II., Sohn des Grafen Godwin von Wessex, geb. um 1022, Schwager Eduards des Bekenners, wurde nach dessen Tode 1066 zum König erwählt, schlug die. Norweger bei Stamfordbridge, blieb aber selbst in der Schlacht bei Hastings gegen Wilhelm den Eroberer 14. Okt. 1066. Er war der letzte König aus angelsächsischem Stamm.

[Könige von Norwegen.] 8) H. Hårfagr (»Schönhaar«), gest. 933, Sohn Halfdans des Schwarzen, vereinigte die kleinen norwegischen Reiche, deren letztes durch den Sieg bei Hafrsfjord (872) in seine Hände fiel, zu einem Ganzen. Um 930 von seinen Söhnen zur Teilung des Reiches genötigt, machte er Erich Blodyx (»Blutaxt«), seinen ältesten Sohn, zum Oberkönig. – Sein Enkel H. Gråfäll (»Graufell«), seit ca. 960 König, wurde um 965 auf Anstiften H. Blåtands (s. oben: H. 3) in Dänemark ermordet.

9) H. Hårdråde (»der Harte«), geb. 1015, gest. 1066, Halbbruder Olafs des Heiligen (s. d.), diente, 1030 aus Norwegen vertrieben, als Anführer der Warägerschar am Hofe zu Konstantinopel und erfocht gegen Seeräuber und Sarazenen viele glänzende Siege. Nach seiner Rückkehr (1046) erhielt er die Hälfte Norwegens von seinem Stiefneffen Magnus dem Guten, nach dessen Tode (1047) auch den Rest des Reiches. Dagegen scheiterten seine Versuche, auch in den Besitz Dänemarks zu gelangen. Er fiel, von König H. II. (s. oben 7) besiegt, auf einem Zuge nach England in der Schlacht bei Stamfordbridge.

10) H. Gille, kam 1127 aus Irland nach Norwegen, wo er zum Beweis, daß er ein Sohn von König Magnus Barfuß sei, die Feuerprobe ablegte. Seinen Mitregenten Magnus den Blinden (seit 1130) ließ er 1135 blenden und verstümmeln und war nunmehr Alleinherrscher. 1136 wurde er ermordet.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 799.
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