Tonwortsystem

[616] Tonwortsystem nennt Karl Eitz, Lehrer in Eisleben, seine Methode des Schulgesangunterrichts mit Benennung der einzelnen Töne mit Silbennamen, die so gewählt sind, daß alle Leittonschritte gleiche Vokale in beiden Silben zeigen. Das T. ist der alten Solmisation und auch dem englischen Tonic Solfa verwandt, aber doch von beiden verschieden. Die (auch als Notenschrift gebrauchten) Silbennamen der Töne sind (mit Unterscheidung zweier Bedeutungen für jede Taste des Klaviers mit Ausnahme von d, g und a):

Wie leicht zu sehen, bringt jeder diatonische Halbtonschritt (Leittonschritt) in beiden Silben denselben Vokal (z. B. e-f: gu su, cis-fis: sa pa, f-ges: su pu). So wichtig die Leittonschritte sind, so ist doch deren Ausweisung auch in unsrer üblichen Notenschrift so bequem, daß keine Aussicht ist, letztere durch ein derartiges der direkten Anschaulichkeit entbehrendes System verdrängen zu können (Eitz selbst nimmt für das vierte Schuljahr ihre Erlernung in Aussicht); die Erfolge desselben können deshalb nicht dauernde sein. Vgl. das von Eitz herausgegebene Schulchoralbuch der Provinz Sachsen (»100 geistliche Liedweisen in Tonsilben gesetzt«, Eisleb. 1893) und weitere Schriften von Eitz: Deutsche Singfibel (1899), die Erklärung der Methode im Jahresberichte der zweiten Bürgerschule zu Eisleben 1896 und 1900, Das T. (Leipz. 1905) und Tonworttafel (das. 1907).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 616.
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