Fronto

[761] Fronto, 1) Marcus Cornelius F., aus Cirta in Afrika, war Lehrer der Beredtsamkeit u. Sachwalter in Rom u. stand bei den Kaisern Hadrianus u. Antoninus Pius in hoher Gunst, so daß er zum Lehrer der kaiserlichen Söhne M. Aurelius u. L. Verus gewählt wurde. 143 n. Chr. bekleidete er auch eine Zeit lang das Consulat. Sein großer Reichthum gestattete ihm, Besitzer der Gärten des Mäcenas zu werden, u. seine gefeierte Beredtsamkeit machte ihn zum Muster einer besonderen Rednerschule, die sich Frontonlāni nannte. Durch Kränklichkeit u. Verluste in seinem Familienkreise gebeugt, starb er um 170 n. Chr. Beigelegt wird ihm eine, nur in Fragmenten übrige Schrift: De differentiis vocabulorum s. Exempla elocutionum (in Putsch Sammlung der Lateinischen Grammatiker); erst 1815 wurden seine Epistolae von Mai entdeckt, herausgeg. Mail. 1815, Frkf. 1816, von Niebuhr Berl. 1816; außerdem griechische Briefe, Declamationen (Laudes fumi et pulveris, Laudes [761] negligentiae etc.), historische Fragmente (De bel lo Parthico, Principia historiae); Werke, herausgeg. Rom 1823 u. Celle 1832. Vgl. Eichstädt, M. C. Frontonis opp. notitia et specimen, Jena 1816, Fol. 2) F., aus Emesa, Rhetor in Rom, zur Zeit des Alexander Severus, des Longinus Oheim; er schr. viele Reden; übrig sind nur 4 ökonomische Schriftchen; in der Sammlung des Cassianus Bassus.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 6. Altenburg 1858, S. 761-762.
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