Reinecke [2]

[9] Reinecke, 1) Johann Friedrich, geb. 1747 in Helmstädt, verließ wegen rauher Behandlung heimlich das elterliche Haus u. ging in Hamburg zum Theater, wo er bei Ackermann Laufbursche wurde. Bald jedoch ging er zu kleinen reisenden Gesellschaften in Süddeutschland u. in der Schweiz, u. kehrte 1770 zur Ackermann-Schröderschen Gesellschaft nach Hamburg zurück, wo er sich unter Ackermann, Schröder u. Brockmann zu einem der größten Schauspieler seiner Zeit ausbildete. 1777 wurde er bei der Bondinischen Gesellschaft in Leipzig, Dresden u. Prag angestellt u. st. 1787 als Regisseur des Bondinischen Theater in Dresden. In der Tragödie wendete er sich von dem falschen Pathos der Französischen Schule zur Wahrheit, Natur u. einem bessern Geschmacke, im Conversationsstück legte er den Grund zur wahren Darstellung der Conversation. 2) Sophie geb. Wenzig, des Vorigen Gattin; gehörte zu den besten Schauspielerinnen ihrer Zeit im Fache der Anstandsdamen u. Königinnen; 1785 ging sie von Leipzig nach Berlin u. dann nach Petersburg, wo sie 1788 starb.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 14. Altenburg 1862, S. 9.
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