Erden

[684] Erden oder Erdarten nannte die ältere Chemie einfache, feste, feuerbeständige, farb- und geschmacklose, im Wasser unauflösliche Körper, bis H. Davy (s.d.) über die schon vorher von Andern aufgestellte Vermuthung mittels des Galvanismus zur Gewißheit gelangte, daß sie aus eigenthümlichen Metallen und Sauerstoff beständen oder Metalloxyde wären. Im engern Sinne versteht die Chemie jetzt unter Erden folgende Oxyde: Kieselerde, der bekannte Hauptbestandtheil des Erdkörpers; die ebenfalls häufige Thon- oder Alaunerde; Thorerde; Zirkonerde; Yttererde; Glycynoder Beryllerde, welche vier letztern nur in wenig Mineralien sich finden. Von diesen unterscheiden sich durch Auflöslichkeit in Wasser und alkalische Reaction die alkalischen Erden (s. Alkali): Kalk, Baryt, Strontian und Magnesia, auch Talk- und Bittererde genannt. Im gemeinen Leben nennt man Erde vielerlei Gemenge der angeführten reinen Erden unter sich und auch mit andern Bestandtheilen, wie sie z.B. in der Ackererde vorhanden sind, welche die Bodenkunde (s.d.) dem Landwirth beurtheilen lehrt.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 684.
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