Leuchtende Pflanzen und Tiere

[49] Leuchtende Pflanzen und Tiere. Gewisse Pflanzen und Tiere strahlen im Dunkeln entweder mit dem ganzen Körper, oder nur mit Teilen desselben ein an leuchtenden Phosphor erinnerndes Licht aus. Die leuchtenden Pflanzen sind Pilze: Spaltpilze (s. Leuchtbakterien) und Hymenomyzeten (trop. Arten von Agaricus und die Myzelfäden des deutschen Agaricus melleus Vahl, die das Leuchten des faulen Holzes hervorrufen). Häufiger und in allen Tierkreisen zu finden ist das Leuchten bei Tieren (den Süßwasserbewohnern fehlt es): so bei Geißeltierchen (s. Leuchttierchen), Polypen (Seefedern, Gorgoniden, Quallen [s. Leuchtquallen]), Ringelwürmern, Gliedertieren (einigen Käfern [s. Leuchtkäfer], Krebsen), Molluskoiden (Feuerwalze), Muscheln (Bohrmuscheln), Schnecken und namentlich Tiefseefischen. Das Leuchten beruht vermutlich auf Oxydationsvorgängen in den Zellen; es dient in einzelnen Fällen vielleicht zur Zusammenführung der Geschlechter, in andern wahrscheinlich als Schutz, bei den Tiefseefischen wohl als Lockmittel für Beutetiere. – Vgl. Gadeau de Kerville (1904), Molisch (1904), Killermann (1905).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 49.
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