Bleichen der Pflanzen

[45] Bleichen der Pflanzen, die Unterdrückung der Chlorophyllbildung durch Entziehung des Lichtes. Da die im Dunkeln sich entwickelnden hellgelben oder weißen Triebe gleichzeitig in der Substanz lockerer und im Geschmack milder werden, so bleicht man Gemüse, indem man die Blätter zusammenbindet (Bindesalat, Blumenkohl), oder fleischige Blattstiele, indem man letztere bis zu den Blättern mit Erde umgibt (Bleichsellerie, Cardy, Rhabarber). Man bedeckt auch Meerkohl und Rhabarber mit Töpfen (mit abnehmbarem Deckel) oder läßt sie im Keller treiben (Zichorie) etc. Durch Antreiben im Dunkeln gebleichten Flieder benutzt man in der Binderei, und zum Osterfest bindet man an der Riviera die Triebe von Dattelpalmen zusammen, um weiße Palmenwedel zu erhalten. Getrocknete Gräser, Immortellen und andre Blumen, die gefärbt werden sollen, werden zuvor durch die Sonne, durch schweflige Säure oder Chlorkalk und eine 5proz. Schwefelsäurelösung gebleicht.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 45.
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