Dalīn

[426] Dalīn, Olof von, schwed. Dichter und Historiker, geb. 29. Aug. 1708 in der Provinz Halland, gest. 12. Aug. 1763 auf Drottningholm, studierte in Lund erst Medizin, dann Philosophie und Geschichte, trat in Stockholm, wo er seit 1731 bei verschiedenen Behörden tätig war, in nähere Beziehungen zur Aristokratie, ward 1737 Bibliothekar des Königs und erfreute sich wegen seiner literarischen Begabung und seines royalistischen Eifers seit Mitte der 1740er Jahre der Gunst der Kronprinzessin Luise Ulrika (s.d.), der Schwester Friedrichs d. Gr., die als Königin ihn 1751 zum Lehrer des Kronprinzen Gustav und 1753 zum Sekretär der von ihr gestifteten Akademie der schönen Wissenschaften berief. 1751 geadelt, seit 1755 Reichshistoriograph, unterstützte D. durch seine literarische Tätigkeit die königlichen Machterweiterungspläne, deren Scheitern 1756 aber seine Verbannung vom Hofe zur Folge hatte. Nach Aufhebung des Verbannungsurteils ward D. 1761 von neuem Mitglied der Hofgesellschaft und 1763 zum Hofkanzler ernannt. Seinen literarischen Ruf erwarb D. durch die moralisch-satirische Wochenschrift »Den Svenska Argus« (Stockh. 1733–34, 2. Aufl. 1754) sowie durch das epische Gedicht »Svenska kr iheten« (das. 1742, 2. Aufl. 1755). Von seinen dramatischen Arbeiten sind besonders die Tragödie »Brynilda« (1738) und das Lustspiel »Den afundsjuke« (1738) zu nennen. Sein im Auftrag der Reichsstände verfaßtes Geschichtswerk »Svea rikes historia« (bis 1611 reichend, das. 1747 bis 1762, 3 Bde.; deutsch, Wism. 1756–64) zeichnet sich durch meisterhafte Behandlung der Sprache und des Stoffes aus. Eine Auswahl seiner kleinern Schriften hat sein Halbbruder Bökman als »Vitterhetsarbeten« (Stockh. 1767, 6 Bde.), besser Rudin als »Poetiska arbeten« (das. 1782–83, 2 Bde.), neuerdings auch E. W. Lindblad als »Valda skrifter« (Örebro 1872) herausgegeben. Vgl. Warburg, Olof v. D. (Stockh. 1884).[426]

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 426-427.
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