Duschan

[311] Duschan, Stephan, Zar von Serbien, aus dem Haus Nemanja, das 1192 zur Herrschaft kam, daher auch Nemanjitsch IX. genannt, regierte 1336–56 als einer der mächtigsten Fürsten Südosteuropas, ausgezeichnet als Feldherr und Gesetzgeber. Er setzte den Prätendenten Johannes Kantakuzenos 1341 wieder auf den Thron von Konstantinopel und ließ sich dafür wichtige Städte und Gebiete abtreten, bemächtigte sich, mit jenem in Streit geraten, Makedoniens, schlug die gegen ihn von Byzanz zu Hilfe gerufenen Osmanen sowie die unter König Ludwig sich gegen ihn erhebenden Ungarn zurück, eroberte Belgrad, entriß Bosnien einem widerspenstigen Bau und stellte das Land unter eigne Verwaltung. 1347 von der Republik Ragusa als Schutzherr anerkannt, unterwarf er einen großen Teil Albaniens, machte Bulgarien von sich abhängig und nahm den Titel eines Zaren und Kaisers der Romäer an. Acker- und Bergbau, Gewerbe und Handel blühten unter ihm. Um fremden Einfluß abzuwehren, veranlaßte er seine Geistlichkeit, auf der Synode zu Pherä sich einen eignen Patriarchen zu wählen. An die kirchliche Literatur reihten sich die Anfänge einer weltlichen, vom Volkslied ausgehenden. Ein von Milde zeugendes Gesetzbuch Duschans gibt Aufschlüsse über die Kultur dieses kurzlebigen Weltreichs.

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 311.
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