Bulgarien

[583] Bulgarien, seit dem Berliner Vertrag 1878 selbständiges, aber tributpflichtiges konstitutionelles Fürstentum in der europäischen Türkei unter der Oberhoheit des Sultans, erblich im Hause des von der bulgarischen Nationalversammlung erwählten und von der Türkei mit Zustimmung der Vertragsmächte des Berliner Kongresses bestätigten Fürsten (s. Karte »Rumänien«). Seit 1885 ist mit B. faktisch, wenn auch nicht staatsrechtlich und weder von der Pforte noch von den Berliner Vertragsmächten anerkannt, das frühere Ostrumelien (s.d.) vereinigt, so daß im allgemeinen dessen ostwestlich, dann über das Rhodope- und Rilagebirge nach NO. laufende Südgrenze auch diejenige von B. ist, während die Nordgrenze durch die Donau, ausschließlich der Dobrudscha, die Ostgrenze durch das Schwarze Meer, die Westgrenze durch Serbien gebildet wird. Bulgariens Grenznachbarn sind im S. die Türkei, im W. Serbien, im N. Rumänien.

B. ist sehr gebirgig. Das Hauptgebirge des Landes ist der Balkan (s.d.), dem südlich die Sredna Gora (s.d.) parallel läuft, während er nordwärts in das Hügelland der bulgarischen Tafel übergeht, an die sich das Donautiefland anschließt. Im SW. verläuft die über Sofia zu 2291 m ansteigende Witoscha (s.d.) und weiter südlich die Rila (s.d.) mit dem Mussala (2923 m), dem höchsten Gipfel Bulgariens. Die das Tafelland in tiefen Schluchten durchschneidenden, daher als schwer überschreitbare Verteidigungslinien strategisch wichtigen, im Sommer und Herbst wasserarmen Flüsse Bulgariens gehören teils dem Donaugebiet an, wieder die Grenze gegen Serbien bildende Timok, ferner Lom (s.d.), Tzibritza, Ogust, Skit, Isker (s.d.), Wid (s.d.), Osem und Jantra (s.d.), teils ergießen sie sich unmittelbar ins Schwarze Meer, wie die Kamtschija (türk. Kamtschyk, s.d.), teils sind sie Zuflüsse des Ägäischen Meeres, wie die Maritza (s.d.) mit ihren nördlichen Zuflüssen Topolnitza, Strjama (Gjopsa), Sazlijka, Tundscha und die in B. entspringende Struma. Von Seen gibt es nur einige Sumpfseen längs der Donau und einige Küstenlagunen bei Burgas und Warna. Das Land ist zur größern Hälfte gebirgig und hügelig. An Ebenen sind namentlich das obere Maritzatal, das Talbecken von Sofia und die Lößterrasse zu nennen, die unmittelbar südlich der Donau 20–130 m senkrecht ansteigt und, ältere Gesteine (Kreide, kristallinische und eruptive Formationen) in großer Mächtigkeit überlagernd, sich weit südlich nach dem Balkan hin erstreckt. Über die Geologie vgl. Balkan.

Das im ganzen gesunde, nur stellenweise durch Malaria beeinträchtigte Klima Bulgariens wird durch kurze, heiße, regenarme Sommer, kurze, trockne Winter, reichliche Frühjahrs- und Herbstregen, schroffe Übergänge und Temperaturgegensätze charakterisiert. In Ostrumelien ist der Sommer warm genug für das Gedeihen der Baumwolle.

[Areal und Bevölkerung.] B. umfaßt mit Ostrumelien 96,345 qkm und hatte bei der Volkszählung von 1900: 3,744,282 Einw. (39 auf 1 qkm), davon 1,909,567 männlichen und 1,834,716 weiblichen Geschlechts. Die Verteilung der Bevölkerung auf die einzelnen Kreise oder Okrug ergibt sich aus der Tabelle:

Tabelle

[583] Die Bevölkerung hat seit 1893 auffallend stark, nämlich um 433,570 Seelen (13,1 Proz.), zugenommen. Seit 1877 findet eine langsame, aber ununterbrochene Auswanderung der Türken nach dem türkischen Reiche statt; dafür sind aus letzterm, aus dem Banat, Südrußland und Rumänien Bulgaren eingewandert, und die bulgarischen Gebirgsbewohner breiten sich in den schwach bewohnten Ebenen aus, so daß die sehr wechselnde Bevölkerungsdichtigkeit sich allmählich ausgleicht und der Boden mehr und mehr urbar gemacht wird. Sechs Städte hatten 1900: 23–68,000 Einw. (Schumla, Sliwen, Rustschuk, Warna, Philippopel, Sofia), 16 zwischen 10,000 und 20,000 Einw. Der Nationalität nach wurden 1900 gezählt: 2,887,684 (1888: 2,326,250) Bulgaren, 530,275 (1888: 607,331) Türken, 71,704 Rumänen, 68,457 Griechen, 89,083 Zigeuner, 33,655 spanische Juden, 3491 Deutsche, 1020 Russen, 58,914 andre (Armenier, Tataren etc.). Die Bulgaren sitzen hauptsächlich im Innern und im Westen des Landes. Die meisten der von ihnen bewohnten Dörfer scheinen aus Ansiedelungen umherziehender Hirten, aus Hausgenossenschaften, Militär- und Paßwächterkolonien hervorgegangen zu sein. Die Türken wohnen weitaus überwiegend im Osten, im Westen sind sie auf die Städte beschränkt. Die Griechen leben an der Küste, im untern Tundschatal und zerstreut in den Städten, die Zigeuner über das ganze Land verteilt, die Rumänen an der Donau, die Tataren bei Warna und an der Donau. Der Religion nach wurden 1900 gezählt: 3,020,840 Orthodoxe (1888: 2,424,371), 27,004 Katholiken, 18,320 andre Christen (Armenier, Protestanten), 643,253 (1888: 676,215) Mohammedaner, 33,717 Juden, 1149 unbekannt. Die orthodoxe Kirche bildet unter dem bulgarischen Exarchen eine selbständige Landeskirche. Ein katholisches Bistum besteht in Philippopel.

Bildung. Seit 1879 (bis dahin gab es nur Privatschulen) ist der Elementarunterricht für alle Kinder vom 6.–12. Jahr obligatorisch, und es bestehen jetzt etwa 3900 Elementarschulen. Trotzdem sind noch vier Fünftel der Bevölkerung ohne Schulbildung, denn von 537,724 schulpflichtigen Kindern besuchten 1890 nur 171,983 die Schulen. Namentlich der Schulbesuch der Mädchen auf dem Land ist sehr schwach und macht nur ein Drittel des Schulbesuchs aller Kinder aus. Die Schule wird von der Gemeinde aus Stiftungen, Kircheneinkünften, Steuerzuschlägen und staatlichen Zuschüssen unterhalten. Zur Heranbildung von Lehrern bestehen drei Seminare oder Normalschulen, außerdem gibt es bei vielen Mittelschulen einen pädagogischen Jahrgang. In gemischten Gemeinden hat jede Religion ihre Schule, außer den bulgarischen gibt es türkische, griechische, jüdische, katholische, protestantische und armenische Schulen. An Mittelschulen besitzt B. 2 Gymnasien mit klassischer und Realabteilung, 4 vollständige Realgymnasien, 2 fünfklassige Realgymnasien, 6 dreiklassige Unterrealschulen, 2 theologische Schulen (Trnowo, Samokow) und 5 höhere Mädchenschulen. Von Fachschulen bestehen 2 landwirtschaftliche bei Rustschuk und Philippopel, eine Handels- und 4 Gewerbeschulen. Eine Universität existiert noch nicht, nur in Sofia eine Hochschule für Geschichte, Philologie, Naturwissenschaften und Rechtswissenschaften mit ca. 200 Studierenden. An andern Anstalten mr Verbreitung von Bildung besitzt B. 30 Druckereien, darunter die Staatsdruckerei in Sofia, ein statistisches Amt, eine geologische Landesaufnahme, je eine Nationalbibliothek in Sofia (mit archäologischer Sammlung) und Philippopel (mit Museum) und eine Stadtbibliothek in Warna.

[Erwerbszweige.] Die Bulgaren treiben meist (76 Proz.) Landwirtschaft und halten fest an ihren althergebrachten Gebräuchen und Einrichtungen. Großgrundbesitz fehlt; nur ein Teil der Bauern ist Eigentümer des Ackers und Gehöftes, häufiger sind Pachtungen, wobei der Eigentümer Saatkorn, mitunter auch Ochsen oder Büffel, seltener Ackergeräte stellt und dafür vom Pachter einen Anteil am Erträgnis erhält. Die Erzeugnisse des Ackerbaues bilden (1900) 50 Proz. des Wertes der Ausfuhr, Viehzucht produkte 19 Proz. Weizen nimmt die erste Stelle ein, dann Mais, Roggen, Gerste und Hülsenfrüchte verschiedener Art. In der Maritzaebene ist der 1879–85 verbotene Reisbau wieder aufgenommen worden. Es gibt etwa 2,200,000 Hektar Acker, 46,000 Hektar Gärten und 312,000 Hektar Wiesen. Der Betrieb ist noch primitiv; doch macht, dank den Bemühungen der Regierung, die sachgemäße Bodenbewirtschaftung sichtliche Fortschritte. Die dem Getreidebau gewidmete Fläche betrug 1899: 1,863,472 Hektar, der Ertrag 25,7 Mill. metr. Ztr., vornehmlich Weizen (9,2 Mill.) und Mais (9,6 Mill.), weniger Gerste (2,7 Mill.), Hafer (1,5 Mill.) und Roggen (1,4 Mill.). Bedeutend ist die Gemüsegärtnerei, z. B. bei Trnowo, von wo alljährlich gegen 10,000 Gärtner vorübergehend ins Ausland wandern; gebaut werden besonders Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Kohl, Hanf, Flachs, Kümmel, Rosen (1899 auf 5094 Hektar, besonders in Ostrumelien [Kazanlyk], dessen Spezialität dieser Wirtschaftszweig ist, zur Gewinnung von Rosenöl), neuerdings auch Zuckerrüben (1900 auf 1565 Hektar); Obst, besonders die Pflaume, gedeiht namentlich bei Köstendil. Bedeutend ist der Tabakbau (5194 Hektar). Der sehr ausgedehnte Weinbau (1900: 111,000 Hektar) leidet unter der Phylloxera, und die früher blühende Seidenraupenzucht wie die Bienenzucht gehen zurück. Die Viehzählung ergab 1892: 1,68 Mill. Rinder und Büffel, 7,06 Mill. Schafe, 1,4 Mill. Ziegen, 0,44 Mill. Schweine und 326,000 Pferde. Grundlage der im allgemeinen noch wenig rationell betriebenen Viehzucht ist die Wanderwirtschaft, den Sommer im Gebirge, den Winter in der Ebene. Der größte Viehmarkt ist in Plewen. Viel Vieh, Käse und Butter geht nach der Türkei. Die Fischerei liefert besonders Makrelen aus dem Schwarzen Meer und Haufen (Kaviar) aus der Donau. Die Wälder umfassen 30,411 qkm (fast 32 Proz. des Areals); davon befinden sich 15,600 qkm im Besitz der Gemeinden, 9026 qkm gehören dem Staate, der Rest Klöstern oder Privaten. Sie werden meist noch schlecht verwaltet und sind in den dichter bewohnten Gegenden vielfach verwüstet; nur die staatlichen beginnt man wirtschaftlich zu behandeln. Die Jagd, bis vor kurzem ganz frei, gilt Bären, Wölfen, Schakalen, Luchsen, Dachsen, Wildschweinen, Rehen, Gemsen, Hafen. Sehr zahlreich sind Raubvögel. Der einst ergiebige Bergbau auf Gold, Eisen, Bleiglanz ruht ganz; Braunkohlen werden an der Strumaquelle gewonnen; Seesalzsiedereien gibt es bei Anchialos und Baltschik; die Produktion beträgt jährlich 12–20 Mill. kg. B. ist reich an Mineralquellen.

Handwerk und Industrie werden vorwaltend als Hausindustrie in Wolle, Leder und Metallen betrieben. Kleine Fabriken zur Herstellung von Tuch, Seife, Bier, Spiritus etc. sind erst jüngst entstanden; 1894 zählte man deren 198, darunter 84 Mühlen. 22 Brauereien, 15 Spinnereien, 10 Fabriken von grobem Tuch. Die Großindustrie ist nur durch eine[584] Zuckerfabrik in Sofia, eine Baumwollgarnfabrik in Warna und eine Zündhölzerfabrik in Banja-Kostenetz vertreten. Weit über die Landesgrenzen hinaus sind die wandernden Maurer, zugleich Zimmerleute und Baumeister, gesucht.

Handel. Den Wert von Ausfuhr und Einfuhr in den letzten Jahren zeigt folgende Tabelle (in Lewa):

Tabelle

Die abnehmende Handelsbewegung bis 1900 erklärt sich aus dreimal aufeinander folgenden Mißernten, welche die landwirtschaftliche Produktion, die Grundlage des gesamten wirtschaftlichen Lebens Bulgariens, als eines noch ganz landwirtschaftlichen Staates, schwer schädigten. Von der Ausfuhr gehen etwa 30 Proz. nach der Türkei, demnächst kommen Großbritannien, Belgien, Deutschland, Österreich-Ungarn und Frankreich in Betracht. Der größte Teil der Ausfuhr besteht aus Getreide und Lebensmitteln, dann folgen Vieh, Textilwaren, Häute, Rosenöl. In der Einfuhr, deren wichtigste Gegenstände Textilwaren und Rohstoffe, Metallwaren, Häute, Maschinen und Kolonialwaren sind, steht Österreich-Ungarn obenan, dann folgen Großbritannien, die Türkei, Deutsches Reich, Italien, Frankreich und Rußland. Der gesamte Schiffsverkehr betrug 1900 im Eingang für die große Fahrt 6018 Schiffe von 1,422,952 Reg. – Tons, für die Küstenschiffahrt 4809 Schiffe von 937,692 Reg. – Tons. Beladen kamen an 7780 Schiffe mit 1,868,130 T. Ladung, es gingen ab 8428 Schiffe mit 2,053,690 T. Ladung. B. hat seit 1889, z. T. selbständig, mit vielen europäischen Staaten Handelsabkommen getroffen, wonach die Waren bei der Einfuhr in das andre Land einem Zoll von 8 Proz. vom Wert unterliegen. Im Verkehr mit der Türkei besteht seit 1900 für die meisten Artikel Zollfreiheit. Eisenbahnen besitzt B. (1901) 1648 km außer dem das Land durchziehenden Anteil der Orientbahn Belgrad-Sofia-Konstantinopel (Strecke Zaribrod-Sofia-Mustapha Pascha, 361 km lang). Die nächstwichtigen Bahnen sind die Linien Rustschuk-Trnowo-Jamboli-Burgas (214 km) und Schumla- (Nikopoli-) Plewen-Sofia. Von Wasserwegen hat nur die Donau Bedeutung; ihre Häfen sind sämtlich durch Straßen und Bahnen mit dem Binnenland verbunden. Ein guter Seehafen existiert nur bei Sozopolis. Die frühern türkischen Militärstraßen sind zu Chausseen umgewandelt, anderen Ausbau gearbeitet wird. Die Telegraphenlinien waren 1900: 5182 km lang mit 228 Bureaus. Die Post zählte 1901: 2027 Ämter. 1901 gab es 918 km Telephonlinien und 631 Sprechstellen. Groß ist der Mangel an Kapital, der Zinsfuß wucherisch hoch. Es gibt zahlreiche landwirtschaftliche Vorschußkassen (1900 mit einem Kapital von 34,5 Mill. Lewa und einem Umsatz von 507 Mill. Lewa), einige Sparkassen und zwei einheimische Versicherungsgesellschaften (Balkan und Bulgaria). Von den fünf Bankinstituten ist das wichtigste die Bulgarische Nationalbank (1900 Umsatz: 1506 Mill. Lewa) in Sofia mit Filialen in Philippopel, Rustschuk und Warna. Eine Klassenlotterie wurde 1899 von einer Aktiengesellschaft errichtet. 1889 wurde metrisches Maß und Gewicht eingeführt; doch gilt noch die Okka von 1278 g. Es herrscht Doppelwährung mit Münzen nach französischem Muster: 1 Lew (Mehrzahl Lewa) oder Frank zu 100 Stotinki = 81 Pfennig; Goldmünzen zu 20 und 10, Silbermünzen zu 5,2,1 und 1/2 Lewa, Nickelmünzen zu 20,10,5 und 21/2 Stotinki.

[Verfassung und Verwaltung.] Die Verfassung vom 17./29. April 1879, revidiert 15./27. Mai 1893, ist denen der europäischen konstitutionellen Staaten nachgebildet. Danach ist B. eine erbliche, konstitutionelle Monarchie mit Volksvertretung (nur eine Kammer von 150 aus direkter und allgemeiner Wahl auf fünf Jahre hervorgegangenen Abgeordneten), aber der Hohen Pforte tributär. Behufs der Verfassungsänderung oder einer Fürstenwahl wird das Große Sobranie (300 Mitglieder) berufen. Staatsreligion ist die orthodoxe griechische Konfession; doch sind sämtliche Kulte erlaubt; auch der Thronerbe braucht nicht der orthodoxen Kirche anzugehören. Alle Handels- und Schiffahrtsverträge, Konventionen zwischen den fremden Mächten und der Pforte gelten auch für B., das keinen Transitzoll erheben darf. Fürst ist seit 1887 Ferdinand (von Koburg-Koháry), Landeshauptstadt Sofia; Ministerien gibt es sieben. Oberster Gerichtshof ist der Kassationshof in Sofia, dem drei Appellhöfe und zahlreiche Kreisgerichte unterstehen; daneben gibt es Friedensrichter. Das Budget für 1902 enthielt 95,955,400 Lewa Einnahmen und 98,898,337 Lewa Ausgaben. An Ausgaben erfordern: die Schuld 33,1 Mill., die Armee 20 Mill., der Verkehr und die öffentlichen Arbeiten 11,8 Mill. Lewa. An Einnahmen kommen aus direkten Steuern 38,5 Mill., aus Zöllen und Verbrauchssteuern 29,4 Mill. Lewa. Die öffentliche Schuld betrug 1899: 290 Mill. Lewa.

Heerwesen. Es besteht allgemeine Wehrpflicht. Mohammedaner können sich für 500 Lewa loskaufen. Rekrutenkontingent rund 20,000 Mann. Der Heereshaushalt betrug 1900 beinahe 21 Mill. Lewa. Das Land ist in 6 Divisionsbezirke, jeder derselben in. 4 Regimentsbezirke geteilt. Gliederung im Frieden: Infanterie: 12 Brigaden, 24 Regimenter, 48 Bataillone Linie, 12 Regimenter (60 Kompagnien) Reserve, ein Regiment Garnisoninfanterie. Kavallerie: 4 Regimenter zu 4 Eskadrons, 6 Halbregimenter (bulgarische Divisionen) zu 2 Eskadrons. Feldartillerie: 6 Regimenter, 18 Abteilungen, 54 fahrende Batterien, dazu 3 Abteilungen mit 6 Gebirgsbatterien. Festungsartillerie: 3 Bataillone mit 9 Kompagnien, ferner 3 Pionierbataillone zu 4 Kompagnien, ein Telegraphenpark zu 6 Zügen, eine Ponton-, eine Pionierkompagnie. Train: 6 Kompagnien. Bewaffnung: 8 mm-Mannlichergewehr, bez. Karabiner, Kruppsche 8,7 cm und 7,5 cm-Kanonen und 24 Feldhaubitzen von Creuzot; Gebirgsartillerie: kleineres Kaliber. Friedensstand: 2451 Offiziere, 40,000 Mann. Im Kriege: 1. Linie: 6 Infanteriedivisionen, jede zu 2 Infanteriebrigaden zu 2 Linien-, ein Reserveregiment; Divisionskavallerie (2 Eskadrons), ein Feldartillerieregiment zu 3 Abteilungen (9 Batterien), 2 Pionier-, eine Sanitätskompagnie etc.; eine Kavalleriedivision (16 Eskadrons), 3 Gebirgsartillerieabteilungen (9 Batterien), 5 (12 cm) Haubitzbatterien, eine Pontonierkompagnie etc. Beim Train bildet jede Friedenskompagnie ein Bataillon. 2. Linie (Reservearmee): 6 Reserve-Infanteriebrigaden zu 2 Regimentern (6 Bataillonen), eine Eskadron, eine Reserve-Artillerieabteilung, doch werden die 18 Feldbatterien wahrscheinlich zur 1. Linie herangezogen; eine Pionierkompagnie etc. Besatzungs- und Festungstruppen: ein Garnisoninfanterieregiment (16 Kompagnien, dazu 2 technische u. 2 Festungsartilleriekompagnien), 3 Festungsartilleriebataillone zu 6 Kompagnien, die im Kriege verdoppelt werden; Material: Kruppsche und russische Geschütze, Schnellfeuerkanonen in Panzerlafetten etc.; 24 Bataillone Volkswehr[585] 1. und 2. Aufgebots. Kriegsstärke: 174,000 Mann, ausschließlich Volkswehr. Dienstzeit vom 20.–37. Jahr: Infanterie 2 Jahre aktiv, 8 Jahre Reserve, 7 Jahre in der Reservearmee; bei den andern Truppen 3 Jahre aktiv, 6 Jahre in der Reserve; vom 38.–41. Jahr 1. Aufgebot, bis 45. Jahr 2. Aufgebot der Volkswehr. Das Wappen (s. Tafel »Wappen II«, Fig. 16) zeigt im dunkeln Rot einen mit der Krone von B. gekrönten, grün gezungten und bewehrten goldenen Löwen. Als Schildhalter dienen zwei ebensolche Löwen, die das Banner Bulgariens tragen. Den Schild schmückt die Krone von B. Das weiße, rot-grün bordierte Devisenband trägt in grünen Lettern die Inschrift: »CЪEДИHEHИE TO IIPABИ CИДA TA«. Die Flagge (s. Tafel »Flaggen I«) ist weiß-grün-rot horizontal gestreift, die Kriegsflagge trägt in der linken obern Ecke das bulgarische Wappen in einem Viertel der Flagge. Landesfarben sind Weiß, Grün, Rot. Als Orden besteht der vom Fürsten Alexander 1881 gestiftete Alexanderorden neben dem 1879 gestifteten gleichnamigen Militärverdienstorden (beide 1888 erweitert), ein Zivilverdienstorden (seit 1891) und ein Militärverdienstorden (seit 1900).

Geschichte.

Die frühesten Bewohner Bulgariens waren die Thraker, ein arisches Volk, das, in zahlreiche Stämme (Besser, Odrysen etc.) geteilt, von den Römern zu Anfang der Kaiserzeit unterworfen wurde. Nach dem kleinen Stamm der Mösier, der zuletzt die Führerschaft gehabt hatte, wurde die römische Donauprovinz Moesia genannt. Nachdem die untern Donauländer durch die Goten und Hunnen furchtbar verwüstet worden waren, drang ein slawisches Volk, das sich Slowenen Σϑλoβενοί, Sclaveni) nannte, von Norden in das alte Dacien (s.d.) ein und begann in das entvölkerte Römerland jenseit der Donau Einfälle zu unternehmen. Die oströmischen Kaiser vermochten kaum die Donaugrenze zu behaupten. Unter Kaiser Heraklios (610–641) überfluteten die Slawenstämme fast die ganze Halbinsel; die Serben und Kroaten drangen im Westen bis zum Adriatischen Meer vor, die Slowenen im Osten bis nach Griechenland hinein und blieben im Lande. 679 setzte sich das finnische Volk der Bulgaren (s.d.) zwischen der Donau und dem Balkan fest und begann von dort aus sowohl die Byzantiner als die noch unabhängigen Slowenenstämme zu bekämpfen. Der Chan Boris, der die Slowenenstämme Makedoniens gewonnen hatte, empfing um 864 samt seinem Volk von griechischen Priestern die Taufe, wobei er den Namen Michael annahm, und schloß sich 870 dem Konstantinopeler Patriarchat an. Seit der Christianisierung ging das an Zahl schwache Bulgarenvolk in den unterworfenen, z. T. schon früher von Konstantinopel aus christianisierten Slowenen auf und nahm deren Sprache und Sitten an; das Mischvolk hieß aber fortan mit dem Namen des herrschenden Stammes Bulgaren. Des Boris Sohn Symeon (888–927) unterwarf nach einer zweimaligen Belagerung Konstantinopels, wo die schwachen Kaiser Leo VI. und Konstantin VII. herrschten, den größten Teil der Halbinsel und nahm den Titel eines »Kaisers (Zesar oder Zar) der Bulgaren und Griechen« an, den die Bulgarenherrscher fortan bis zur Eroberung des Landes durch die Türken führten. Daneben erhob Symeon den bulgarischen Erzbischof zu einem von Konstantinopel unabhängigen Patriarchen. Sein Reich umfaßte Donau-B., den größten Teil von Thrakien, Makedonien, Thessalien, Epirus, Albanien und einige Gebiete jenseit der Donau; die Serben und die Byzantiner zahlten ihm Jahrgelder. Seine sowie seiner Vorgänger Residenz war Preslaw (jetzt Eski Stambul) bei Schumen. Die Zeit Symeons ist die Blütezeit der altslowenischen (kirchenslawischen) Literatur, die meist Übersetzungen und Kompilationen bietet und einen byzantinischen, theologisch-rhetorischen Charakter hat. Unter seinem frommen, friedfertigen Sohn Peter (927–969) zerfiel das große Reich. Der Westen bildete seit 963 ein eignes Zarenreich. Den Osten (Donau-B. und Nordthrakien) eroberte 968/969 der noch heidnische Russenfürst Swjatoslaw auf Anstiften des Kaisers Nikephoros II. Phokas, wurde aber schon 970 von Kaiser Johannes Tzimisces vertrieben, der das östliche B. seinem Reich einverleibte.

Dem zweiten bulgarischen Reich im Westen, dessen Hauptstadt Ochrida in Makedonien war, wollte der Zar Samuel (977–1014) die Ausdehnung des Reiches Symeons geben, fand aber an dem byzantinischen Kaiser Basilios II., dem »Bulgarentöter«, einen ebenbürtigen Gegner. Als der letzte Zar, Johann Wladislaw, 1018 bei der Belagerung von Durazzo gefallen war, beendete Basilios II. den 40jährigen Krieg durch die vollständige Unterwerfung Bulgariens. Die Privilegien der Kirche und des Adels (der Boljaren) blieben jedoch unangetastet. Das Land wurde in byzantinische Provinzen eingeteilt und blieb trotz aller Aufstände das 11. und 12. Jahrh. hindurch den Griechen untertan. 1186 erhoben sich die Bulgaren im Balkan unter Anführung der Brüder Peter und Asên, die den Zarentitel annahmen, und behaupteten sich gegen die Heere des Kaisers Isaak II. Angelos in dem Lande zwischen Balkan und Donau. Dadurch wurde das dritte und letzte Bulgarenreich (1186–1393) gegründet, dessen Zaren in Trnowo, am Nordfuß des Balkans, residierten. Nach dem Tode der beiden ersten Zaren von Trnowo folgte ihr jüngster Bruder, der grausame Kalojoannes (1196–1207), der sich von Papst Innocenz III. eine Königskrone verschaffte, Makedonien eroberte, den ersten Herrscher des lateinischen Kaiserreichs in Konstantinopel, Balduin von Flandern, bei Adrianopel 1205 schlug und gefangen nahm, aber bei der Belagerung von Saloniki von einem seiner Feldherren ermordet wurde. Zar Asên II. (1218–41) erweiterte das Reich durch Eroberungen fast auf das Maß, das es einst unter Symeon hatte, indem er Albanien besetzte und dadurch Zutritt zum Adriatischen Meer gewann. Später geriet B. durch die Unfähigkeit der Herrscher, durch wiederholte Teilungen und durch die Unbotmäßigkeit des kriegerischen Adels unter unaufhörlichen Kriegen gegen Byzantiner, Serben, Ungarn und die Tataren Südrußlands in Verfall und kam sogar eine Zeitlang unter tatarische Oberhoheit. Die südlichen Landschaften wurden von den Byzantinern erobert, während der Westen dem rasch erstarkten Serben staat anheimfiel, der sich Mitte des 14. Jahrh. (unter Stephan Duschan) über Makedonien bis vor Saloniki erstreckte. Als die Türken nach Europa übersetzten, reichte B. noch von der Donau bis zum Rhodopegebirge (mit Einschluß von Philippopel) und vom Schwarzen Meer bis etwa zur Linie Orsova-Köstendil. Der letzte Zar von Trnowo, Iwan Sisman III., mußte sich 1366 dem Sultan Murad I. unterwerfen und Tribut zahlen. Nachdem einige Befreiungsversuche mißlungen und die Serben in der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 geschlagen worden waren, machte Bajesid I. auch der Selbständigkeit Bulgariens ein Ende. Trnowo ward 1393 von den Türken erobert;[586] Zar Sisman III. flüchtete in die Rhodopeberge, wo er im Kampf gefallen sein soll. Sismans Bruder Strazimir, der in Widdin als Teilfürst herrschte, schloß sich 1396 König Siegmund von Ungarn an und wurde nach der Niederlage bei Nikopoli abgesetzt. Damit war die Unterwerfung Bulgariens vollendet.

In der Türkenzeit stand B. bis zum Ende des 18. Jahrh. unter dem Beglerbeg von Rumelien, der, in Sofia residierend, die ganze Halbinsel (außer Bosnien) verwaltete. Viele bulgarische Städte und Landschaften erfreuten sich besonderer Vorrechte. Eine privilegierte Klasse bildeten die Bojniks., die als Trainsoldaten die türkischen Heere begleiteten oder die Rosse des Sultans warteten. Die Bulgaren in der Rhodope und in der Umgebung von Plewen und Lowetsch (türk. Lofdscha) nahmen den Islam an, ebenso viele Adelsfamilien in Städten und Burgen; sie werden Pomaken genannt. Im Laufe der Zeit verfiel das Land allmählich. Der kriegerische Volkscharakter schlug unter dem türkischen Druck in das Gegenteil um, was jedoch den Ausbruch kleinerer Aufstände nicht verhinderte. Zugleich gelangte die Kirchenverwaltung allmählich in die Hand des Konstantinopeler Patriarchats, das 1767 auch das altbulgarische Patriarchat von Ochrida aufhob und anstatt der altslowenischen Kirchenbücher griechische einführte.

Die neubulgarische Bewegung beginnt mit der literarischen Tätigkeit des Mönches Paysios, der 1762 am Athos eine bulgarische Chronik verfaßte, wodurch Erinnerungen an die alte Unabhängigkeit wachgerufen wurden, und seines Schülers, des Bischofs Sofronij von Wratza. Eine Umwälzung in den Verhältnissen Bulgariens wurde durch die Feldzüge von 1806–12 und 1828–29 herbeigeführt, in denen die russischen Truppen einen bedeutenden Teil Bulgariens besetzt hielten. Das darauf sich entwickelnde freiere Leben in der Türkei, die zahlreichen Reformen, das Aufblühen des Handels und der größere Verkehr mit dem Abendland blieben nicht ohne Einfluß auf B. Seit dieser Zeit kamen unter der stets anwachsenden bulgarischen Intelligenz zwei Strömungen zum Vorschein, von denen die eine nur einen normalen Fortschritt in Bildung und Wohlstand unter dem Schutz der Reformen anstrebte und vorzüglich den griechischen Klerus los zu werden trachtete, während die andre alles Heil in Aufständen zu finden glaubte. Bulgarische, in Odessa ansässige Kaufleute gründeten 1835 die erste bulgarische Volksschule in Gabrowo im Balkan; 1872 zählte allein das Bistum von Widdin an 80 Volksschulen. Zugleich entstand eine Literatur, meist aus Schul- und Volksbüchern bestehend; 1844 erschien auch die erste bulgarische Zeitschrift. Nach dem Krimkrieg entbrannte der Kampf der Bulgaren gegen die griechische Geistlichkeit; 1859 drohten die Bulgaren mit Anschluß an die römisch-katholische Kirche. Doch 1872 verlieh ein Ferman des Sultans den Bulgaren eine autonome Kirche mit einem Erzbischof an der Spitze, der den Titel Exarch führt.

Nach dem Ausbruch des Aufstandes in Bosnien und der Herzegowina 1875 machte sich auch in B. eine Gärung bemerkbar. Anfang Mai 1876 erhoben sich die Städte Panagjurischte und Kopriwtschitza in der Srednja Gora, östlich von Sofia; doch wurde der ungenügend vorbereitete Aufstand von türkischen Truppen schnell unterdrückt. Dasselbe Schicksal traf ähnliche Versuche jenseit des Balkans (Gabrowa und Seljwi). Gleichzeitig bewaffnete sich die längst durch die laut geäußerten Hoffnungen der unruhig gewordenen, aber meist unbewaffneten Christen erbitterte mohammedanische Bevölkerung: bis Ende Mai wurden in den Provinzen Philippopel und Trnowo 58 Ortschaften vernichtet und über 12,000 Bulgaren erschlagen. Diese Greuel erregten ein großes Aufsehen im Okzident, besonders in England; im Dezember 1876 beschloß eine Konferenz zu Konstantinopel die Organisation zweier autonomen bulgarischen Provinzen (Trnowo und Sofia) unter christlichen Gouverneuren; die Pforte wies aber diesen Vorschlag zurück. Der hierauf entstandene russisch-türkische Krieg wurde 3. März 1878 durch den Frieden von Santo Stefano beendigt. Hierin wurde die Errichtung eines tributären Fürstentums B. bestimmt und dadurch der bulgarische Staat nach 485 Jahren erneuert. Die Grenzen waren auf Betreiben Ignatjews bis an das Agäische Meer und über einen großen Teil Makedoniens ausgedehnt worden. Dagegen erhoben jedoch Österreich und besonders England Einspruch; und der Berliner Kongreß setzte im Juni 1878 fest, daß das tributäre Fürstentum B. nur bis zum Balkan reichen und noch Sofia umfassen, das südlich vom Balkan gelegene Land aber als Ostrumelien eine autonome Provinz des türkischen Reiches bleiben solle.

Am 23. Febr. 1879 ward die erste Nationalversammlung des Fürstentums B. in Trnowo durch den Fürsten Dondukow-Korsakow eröffnet. Nachdem sie im April die sehr liberale Verfassung des jungen Staates angenommen hatte, wurde durch die erste regelmäßige Deputiertenkammer (Sobranie) 29. April Prinz Alexander von Battenberg als Alexander I. (s. Hartenau) zum Fürsten von B. erwählt, leistete 9. Juli in Trnowo den Eid auf die Verfassung und schlug seine Residenz in Sofia auf. Da aber die neugewählte Sobranie ganz unter dem Einfluß radikaler Agitatoren stand, die den Fürsten zwangen, ihnen Ende 1879 die Regierung zu übertragen, und hierauf seine Macht ungebührlich beschränkten, zugleich durch großbulgarische Agitationen in Ostrumelien und Makedonien den Frieden des Landes gefährdeten, so beseitigte der Fürst 9. Mai 1881 durch einen Staatsstreich das radikale Ministerium, berief ein konservatives und verlangte von einer außerordentlichen Nationalversammlung die Vollmacht, für 7 Jahre ohne die verfassungsmäßige Beschränkung die Regierung zu führen. Doch schon 19. Sept. 1883 stellte der Fürst gegen den Willen der ihm beigeordneten russischen Minister die Verfassung von Trnowo her. Hierin sah Zar Alexander III. eine undankbare Auflehnung gegen Rußland, das auf die unbedingte Unterordnung Bulgariens unter seinen Willen Anspruch habe. Als nun der Fürst gar 21. Sept. 1885 die Regierung in Ostrumelien übernahm, wo 18. Sept. die bisherigen Behörden vertrieben und die Vereinigung mit B. verkündet worden war, berief der Zar alle russischen Offiziere aus B. ab. Eifersüchtig auf die durch die Vereinigung mit Ostrumelien gesteigerte Macht Bulgariens, forderte Serbien die Abtretung von Altserbien, erklärte nach deren Ablehnung 13. Nov. 1885 den Krieg und ließ 14. Nov. seine Truppen in B. einrücken. Doch besiegte sie der Fürst Alexander 22. Nov. bei Sliwnitza, überschritt die serbische Grenze und schlug die Serben zum zweitenmal 27. und 28. Nov. bei Pirot. Die Intervention Österreichs rettete Serbien, das im Frieden von Bukarest (2. März 1886) seinen Besitzstand behielt, ohne Kriegsentschädigung zu bezahlen. Von der Pforte wurde mit Zustimmung der Mächte der Fürst von B. 5. April 1886 zunächst auf fünf Jahre zum Generalgouverneur von Ostrumelien ernannt. Durch die Einberufung einer Nationalversammlung[587] wurde 14. Juli die Vereinigung von B. und Ostrumelien zu einem Staat tatsächlich vollzogen.

Diese glänzenden Erfolge erweckten den Groll des Zaren, und die russischen Panslawisten zettelten eine Verschwörung zum Sturze des Fürsten unter den bulgarischen Politikern und Offizieren an. In der Nacht des 21. Aug. 1886 wurde der Fürst in seinem Konak überfallen, zur Abdankung gezwungen und auf russisches Gebiet geschafft. Hier freigelassen, begab er sich nach B. zurück, wo inzwischen die von den Verschwörern eingesetzte provisorische Regierung 24. Aug. wieder verjagt worden war. Vom Volk ward der Fürst mit Begeisterung aufgenommen. Doch ließ er sich vom russischen Konsul in Rustschuk verleiten, um den Zaren zu versöhnen, in einem Telegramm vom 30. Aug. sein Verbleiben in B. von Rußlands Zustimmung abhängig zu machen. Der Zar verweigerte diese schroff, worauf Alexander 7. Sept. abdankte und B. verließ. Stambulow trat nun an die Spitze einer Regentschaft, die, von der Sobranie anerkannt, sich auch behauptete, als der russische General v. Kaulbars im September erschien und die Bevölkerung gegen die als Landstreicher und Verschwörer bezeichnelen Regenten aufzuhetzen versuchte: der Zar und die Russen hatten sich durch ihre Behandlung des allgemein verehrten Fürsten Alexander die Zuneigung und Dankbarkeit der Bulgaren verscherzt. Die russische Regierung brach 20. Nov. 1886 jede Verbindung mit B. ab und bewirkte auch, daß Prinz Waldemar von Dänemark, den die Sobranie, um den Zaren zu versöhnen, zum Fürsten gewählt hatte, die Wahl ablehnte; dagegen stifteten die Panslawisten unaufhörlich Verschwörungen, besonders unter den Offizieren, an, die zwar immer entdeckt und streng bestraft wurden, jedoch das Land beunruhigten. Zum Fürsten wählte die Sobranie 7. Juli 1887 den Prinzen Ferdinand von Koburg, der am 22. Aug. in Sofia seinen Einzug hielt und Stambulow zum Ministerpräsidenten ernannte. Die Pforte lehnte zwar das russische Verlangen, daß sie den neuen Fürsten vertreiben solle, ab, erkannte ihn aber ebensowenig an wie die übrigen Mächte. Dennoch befestigte sich die Herrschaft des Fürsten Ferdinand immer mehr; das Land genoß Ruhe und Ordnung, die Finanzen waren in gutem Stand, ein Eisenbahnnetz wurde angelegt und das Heerwesen organisiert. Mit den meisten europäischen Staaten schloß B. Handelsverträge ab. In ihrer Wut schritten die panslawistischen Wühler zu Mordtaten (1891 am Finanzminister Beltschew, 1892 am diplomatischen Agenten in Konstantinopel, Vulkowitsch), ohne etwas andres zu erreichen als steigende Erbitterung gegen Rußland. Im Mai 1893 setzte Stambulow in der Sobranie mehrere Verfassungsänderungen durch, namentlich, daß der erste Nachfolger des gewählten Fürsten nicht der orthodoxen Konfession anzugehören brauche, wodurch dem Fürsten die Heirat mit einer Prinzessin von Parma ermöglicht wurde. Ferner wurde die Zahl der Mitglieder der Sobranie auf die Hälfte (161) herabgesetzt. Die erste nach dem neuen Gesetz gewählte Versammlung bestand fast nur aus Anhängern der Regierung. Am 17. Nov. 1893 starb der erste Fürst von B., Alexander, Graf Hartenau, in Graz. Die Sobranie bot der Witwe und den Kindern des Verstorbenen eine lebenslängliche Pension von 50,000 Fr. an und veranstaltete Ende November das Begräbnis auf Staatskosten. Die neue Dynastie des Fürsten Ferdinand befestigte sich 30. Jan. 1894 durch die Geburt des Prinzen Boris, der römisch-katholisch getauft wurde und den Titel eines Prinzen von Trnowo erhielt. So viel Dankbarkeit der Fürst auch dem Ministerpräsidenten Stambulow schuldete, so war ihm dieser doch unbequem und beeinträchtigte die Freiheit seiner Politik besonders Rußland gegenüber. So erhielt Stambulow 30. März 1894 seine Entlassung. Das neue Ministerium Stoilow war aus lauter Feinden des gestürzten Staatsmannes zusammengesetzt. Während dieser wegen einiger gereizter Äußerungen und sein Kabinettschef wegen angeblicher Veruntreuungen zur gerichtlichen Verantwortung gezogen wurden, kehrten der erst kurz zuvor wegen politischer Umtriebe verurteilte Metropolit Clement (gest. 24. Juli 1901) und der panslawistische Agitator Zankow nach Sofia zurück. Die im Oktober neugewählte Sobranie billigte die Politik der Regierung und beschloß im Dezember, eine parlamentarische Untersuchungskommission über das Ministerium Stambulow einzusetzen. Obwohl diese für eine ernstliche Beschuldigung nichts aufzutreiben vermochte, verweigerte doch das Ministerium im Mai und Juli 1895 dem Exminister den Paß ins Ausland. Stambulow ward 15. Juli in den Straßen Sosias von Mördern überfallen und starb 18. Juli an den Wunden. Der 1896 in Szene gesetzte Prozeß gegen einige Teilnehmer an der Ermordung endete ohne Aufklärung des wirklichen Sachverhalts. Die Wiederaufnahme des Prozesses Ende 1902 stellte einen gewissen Halju als Mörder, zugleich aber auch die dem zankowistischen Ministerium Danew (s. unten) sehr unbequeme Tatsache der Mitwissenschaft des Ministers des Innern Ludskanow (des Schwiegersohnes von Zankow) fest, der, mit dem Mörder Tüsektschiew befreundet, seine Partei stark kompromittierende Briefe gewechselt hatte; jedenfalls haben die damals aus B. nach Odessa geflüchteten Zankowisten die politischen Morde an Beltschew, Vulkowitsch und Stambulow vorbereitet und durchgeführt.

Im Juli 1895 wurde eine von Clement geführte bulgarische Deputation in Petersburg vom Zaren empfangen und seiner Protektion versichert. Damit war ein wichtiger Schritt zur Versöhnung mit Rußland getan, und Fürst Ferdinand ließ seinen Sohn Boris 14. Febr. 1896 nach dem Ritus der orthodoxen Kirche in Trnowo umtaufen. Der Zar nahm die Patenschaft an und gab seinen Widerspruch gegen die Anerkennung Ferdinands als Fürsten auf. Der Sultan sprach sie durch Ferman vom 14. März aus und übertrug ihm die Regierung von Ostrumelien. Der Fürst wurde darauf in Konstantinopel vom Sultan, der ihn zum Generalfeldmarschall ernannte, empfangen und besuchle im April den Zaren in Petersburg. Die europäischen Mächte schlossen sich der Anerkennung des Fürsten an, und die Neuwahlen zur Sobranie fielen regierungsfreundlich aus. In Ostmakedonien erlangte B. die Vergrößerung seines national-kirchlichen Einflusses auf Kosten der Griechen durch Einsetzung zweier bulgarischen Bischöfe; deshalb blieb B. 1897 beim Ausbruch des griechisch-türkischen Krieges neutral. Nachdem sich Fürst Ferdinand auch zur Wiedereinstellung der zu den Verschwörern von 1886 gehörigen, nach Rußland geflüchteten Offiziere in das bulgarische Heer bereit erklärt hatte, wurde ihm 1898 der Besuch am Hofe des Zaren gestattet. Im Dezember nahm die Sobranie die beiden wichtigen Finanzvorlagen des Ministeriums Stoilow, den Kaufvertrag über die Orientbahnlinien und den Gesetzentwurf über die Umwandlungs- und Vereinheitlichungsanleihe von 290 Mill. Fr., nach stürmischen Debatten an.[588] Indes genehmigte die Pforte den Kaufvertrag nicht rechtzeitig; das Ministerium nahm 31. Jan. 1899 seine Entlassung, und Grekow bildete ein neues Kabinett, in das Radoslawow und Natschewitsch eintraten. Das Ministerium Grekow erlangte bei den Neuwahlen 7. Mai 1899 die Mehrheit: 101 Ministerielle gegen 53 Mitglieder der Opposition; der Kandidat der Regierung, Watschow, wurde zum Präsidenten der Sobranie gewählt. Am 29. Juni wurden die Umwandlung der Staatsschulden mittels der 260 Millionen-Anleihe und der Vertrag mit den Orientbahnen trotz leidenschaftlicher Bekämpfung angenommen und sofort vom Fürsten genehmigt. Im Herbst kam es zu einer Ministerkrisis, indem die Stellung des Ministerpräsidenten Grekow, den die Anhänger Stambulows unterstützten, gegenüber Radoslawow, der als Führer der alten liberalen Partei seit den letzten Wahlen die Mehrheit für sich hatte, unhaltbar geworden war. In dem neuen Kabinett übernahm der bisherige Unterrichtsminister Iwantschow den Vorsitz und das Auswärtige, während Watschow Unterrichtsminister wurde; die übrigen Minister, auch Radoslawow, blieben, nur Grekow schied aus. Der Sobranie, deren Sitzung 27. Okt. wieder vom Fürsten eröffnet wurde, mußte der Finanzminister Tenew darlegen, daß die Regierung in Wien kein Geld habe austreiben können und die Anleihe vorläufig gescheitert sei; die Frage der Monopole solle studiert werden. Einstweilen schlug die Regierung vor, der Finanznot durch Einführung des Zehnten statt der Grundsteuer (die am 28. Jan. 1900 für zwei Jahre genehmigt wurde) und durch eine innere Zwangsanleihe abzuhelfen, indem die Gehälter sämtlicher Offiziere und der zahlreichen Beamtenschaft um 7 Proz. gekürzt und ferner 20–30 Proz. des Gehalts in verzinslichen Schatzbons, die in zwei Jahren einzulösen seien, ausbezahlt werden sollten; der Fürst verzichtete freiwillig auf die Hälfte seiner Zivilliste. Im ganzen wurden 9 Mill. erspart. Zur Befriedigung der augenblicklichen Geldbedürfnisse ließ sich die Regierung zur Ausgabe von Schatzbons im Betrage von 40 Mill. Lewa ermächtigen. Diese Finanznot zwang B., die großbulgarischen Pläne einstweilen zurückzustellen, zumal Rußland sie nicht begünstigte.

Die unaufhörlichen Umtriebe der Bulgaren in Makedonien, welche die Herrschaft des bulgarischen Stammes über Serben und Griechen bezweckten und vom makedonischen Komitee in Sofia unter Boris Sarafow geleitet wurden, verwickelten die bulgarische Regierung, die das Komitee wiederholt mit Geld unterstützt hatte, in Streitigkeiten mit Rumänien, wo eine Unterabteilung des Komitees im Februar 1900 einen angeblichen türkischen Spion Kyrill Fitowski und 22. Juli den Professor Stephan Michaileanu, einen rumänischen Untertan makedonischen Ursprungs, ermorden ließ. Im Innern hatte die Regierung mit dem Widerstande der Bauern gegen den Naturalzehnten zu kämpfen. Infolge der Herrschsucht Radoslawows brach im Dezember 1900 eine Ministerkrisis aus; an seiner Stelle übernahm Ratscho Petrow das Innere, während Iwantschow die Leitung der Regierung behielt und auch mehrere andre Minister in ihren Stellungen verblieben. Doch Ende Januar 1901 gab Iwantschow den Vorsitz im Ministerium an Petrow ab. Da die Neuwahlen Anfang Februar keine Mehrheit für Petrow ergaben, so versuchte Anfang März Karawelow (gest. 7. Febr. 1904) die Bildung eines neuen Kabinetts aus seinen Anhängern und den Zankowisten, unter denen nur General Stephan Pavrikow als Kriegsminister von Bedeutung war. An die Spitze des makedonischen Komitees wurde General Zontschew gestellt, der mit dem Hochschullehrer Stojan Michailowski jede durch Umtriebe des Komitees verursachte Verwickelung verhüten sollte. Die Folge war, daß sich im August 1902 sechzig Radikale unter Sarafow von den zahmern 30 Zontschewisten trennten und einen eignen Kongreß bildeten. Das Ministerium Karawelow hatte keinen langen Bestand: der von der drängenden Finanznot eingegebene Plan, mit der Banque de Paris et des Pays-Bas unter drückenden Bedingungen eine große Anleihe abzuschließen, brachte es im Dezember 1901 zu Falle: die von der Bank geforderte auswärtige Kontrolle und die Verpfändung von Staatsmonopolen waren nicht nach dem Geschmack der Kammermehrheit.

Da jedoch kleine Mittel, wie die im Mai 1901 der Sparsamkeit halber eingeführte Verminderung der Anzahl der Verwaltungskreise (12) und die Versetzung des frühern Kabinetts Iwantschow in den Anklagezustand (Juni 1901), nicht mehr verfangen wollken, so blieb auch dem am 4. Jan. 1902 zustande gebrachten, durchaus zankowistischen Ministerium Danew (s.d.), das am 6. Febr. den Unterrichtsminister Kantschew durch ein Attentat verlor, nach dem leidlich günstigen Ausfall der Wahlen 22. März rekonstruiert wurde und mit unwesentlichen Änderungen selbst nach seiner durch die fatalen Enthüllungen des wiederaufgenommenen Prozesses gegen die Stambulowmörder (s. oben) bewirkten Demission (14. Nov. 1902) drei Tage später von neuem die Geschäfte übernahm, nichts weiter übrig, als vor allem auf den baldigen Abschluß einer Anleihe bedacht zu sein. Im Sommer 1902 wurde die Anleihevorlage angenommen, ebenso eine Reihe wichtiger Gesetze, darunter die Herabsetzung der Rekrutenaushebung. Erfreulicher als die übeln Begleiterscheinungen dieser chronisch gewordenen Finanzkrisis wirkten die Ereignisse, die das gute Verhältnis zur russischen Großmacht bezeugten. Nachdem im Juli 1901 zum erstenmal seit 1878 ein russischer Großfürst wieder bulgarischen Boden betreten hatte, wurden Ende März 1902 Ministerpräsident Danew una Anfang Juni Fürst Ferdinand mit seinen höchsten Beamten vom Zaren empfangen; daraufhin erhielt der diplomatische Agent Bulgariens in St. Petersburg als erster den Titel und Rang eines Gesandten, wie dies sonst nur Vertretern souveräner Staaten zukommt. Und an den zur 25jährigen Schipkafeier veranstalteten großen Manövern traf 25. Sept. 1902 Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch in B. ein. Diesem höfischen Besuche folgte ein Vierteljahr später (26. bis 28. Dez.) der hochpolitische des Grafen Lambsdorff. der im Auftrage des Zaren den unbequem werdenden makedonischen Heißspornen ernstlich empfahl, vorderhand Ruhe zu halten. Demzufolge schritt das Kabinett Danew im Februar 1903 zur Auflösung der makedonischen Komitees. Zu lebhaften Auseinandersetzungen von längerer Dauer (April bis Ende Juni 1902) führte die vorsichtig-zaghafte Erledigung einer brennenden kirchlichen Frage durch die Pforte als Oberherrin: die der endgültigen Besetzung des zum ökumenischen (griechisch-orthodoxen) Patriarchat gehörigen Bischofsstuhls von Üschküb (in Westmakedonien) mit dem von Rußland protegierten, seit August 1897 bereits das Bistum verwesenden Serben Firmilian, dessen Weihe zum Metropoliten einige Wochen nach der 25jährigen Jubelfeier (7. Mai) des schismatischen (bulgarisch-orthodoxen) Exarchen Joseph I. unter schwierigen Umständen stattfand.

Vgl. außer den unter »Bulgaren« aufgeführten[589] Werken: Jireček, Das Fürstentum B. (Wien und Prag 1891), Hauptwerk; Kanitz, Donau-B. und der Balkan (3. Aufl., Leipz. 1882, 3 Bde.); Franz Joseph Prinz zu Battenberg, Die volkswirtschaftliche Entwickelung Bulgariens von 1879 bis zur Gegenwart (das. 1891); Ischirkoss, Südbulgarien (das. 1896); Iwantscheff, Primitive Formen des Gewerbebetriebs in B. (das. 1896); Heinrich, Erzherzog Johann, mit Beiträgen zur Geschichte der Begründung der zweiten Dynastie Bulgariens (Wien 1901); Drandar, Les événements politiquesen Bulgarie depuis 1876 (Brüssel 1896); Dicey, A peasant state, an account of Bulgaria in 1894 (Lond. 1894); Beckmann, Die Wahrheit über B. (Leipz. 1898); Drenkoff, Die Steuerverhältnisse Bulgariens (Jena 1900); Durastel, Annuaire international de la Bulgarie (1898ff.); Baker, War in Bulgaria (Lond. 1879); Möller, Der serbisch-bulgarische Krieg (Hannov. 1888); Kunz, Taktische Beispiele aus den Kriegen der neuesten Zeit (Bd. 1, Berl. 1901). Wichtig für die Kenntnis Bulgariens ist auch die »Periodische Schrift« der seit 1889 bestehenden Bulgarischen Literarischen Gesellschaft. Karten: Generalkarte von Mitteleuropa, 1: 200,000 (bestes Kartenwerk, von B. fehlen noch Teile), und Übersichtskarte von Mitteleuropa, 1: 750,000, Kol. D bis F, Zone 4 u. 5, beide herausgegeben vom österreichischen militärgeographischen Institut; Karte von B., Ostrumelien etc., bearbeitet und herausgegeben vom russischen Generalstabe, 1: 210,000,1880–83,56 Bl.; Krywoschiew, »Karte von B. und den angrenzenden Ländern« (in bulgar. Sprache; 1: 420,000,10 Bl.; Wien 1893).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 583-590.
Lizenz:
Faksimiles:
583 | 584 | 585 | 586 | 587 | 588 | 589 | 590
Kategorien:

Buchempfehlung

Brachvogel, Albert Emil

Narziß. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen

Narziß. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen

Albert Brachvogel zeichnet in seinem Trauerspiel den Weg des schönen Sohnes des Flussgottes nach, der von beiden Geschlechtern umworben und begehrt wird, doch in seiner Selbstliebe allein seinem Spiegelbild verfällt.

68 Seiten, 8.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für den zweiten Band eine weitere Sammlung von zehn romantischen Meistererzählungen zusammengestellt.

428 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon