Chrōnik [1]

[127] Chrōnik (griech., »Zeitbuch«), nennt man eine Darstellung geschichtlicher Begebenheiten etc. lediglich der Zeitfolge nach, ohne Rücksicht auf den ursachlichen Zusammenhang. Von den Annalen (s.d.) unterscheiden sich die Chroniken dadurch, daß in erstern die Folge der Jahre streng beobachtet wird, während für letztere die Regierungszeiten der Kaiser, Päpste, Bischöfe, Äbte etc. das chronologische Gerippe abgeben. Im frühern Mittelalter sind die Welt-, Bistums- und Klosterchroniken ausschließlich von Geistlichen geschrieben; im spätern beteiligten sich auch Laien an der chronikalischen Geschichtschreibung, und nun gewinnen besonders die Städtechroniken Bedeutung. Über Bilderchroniken s.d. Vgl. die beiden Werke über »Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter« von W. Wattenbach (bis zur Mitte des 13. Jahrh.; 6. Aufl., Berl. 1893, 2 Bde.) und O. Lorenz (bis Ende des 14. Jahrh.; 3. Aufl., das. 1886–87, 2 Bde.), ferner Vildhaut, Handbuch der Quellenkunde zur deutschen Geschichte (bis zum Humanismus; Arnsberg 1898 u. 1900, 2 Bde.) und nicht bloß für Deutschland Potthast, Bibliotheca historica medii aevi (2. Aufl., das. 1896, 2 Bde.).

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 127.
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