Head

[20] Head (spr. hedd), Sir Francis Bond, engl. Schriftsteller und Politiker, geb. 1. Jan. 1793 bei Rochester, gest. 23. Juli 1875 in Croydon, trat in die Armee, kämpfte bei Waterloo mit und wurde 1835 zum Statthalter von Oberkanada ernannt, wo revolutionäre Bewegungen entstanden, die er mit Geschick und Energie bekämpfte, die jedoch erst sein Nachfolger Sir George Arthur bewältigte. Nach England zurückgekehrt, verteidigte er sich wider die gegen ihn erhobenen Anklagen. Ritter seit 1835, Baron seit 1836, wurde er 1867 zum Mitglied des Privy Council ernannt. Als Schriftsteller wurde er zunächst durch die »Rough notes taken during some rapid journeys across the Pampas« (1826) bekannt, die Frucht eines verunglückten Bergwerksunternehmens in Südamerika; darauf folgte sein »Life of Bruce«, dem Afrikareisenden (1830). Am gelungensten aber sind seine launigen »Bubbles from the brunnens of Nassau« (1834, 7. Aufl. 1866). Anschauungen des kanadischen Lebens legte er in »The emigrant« (1846) nieder, dem »Stokers and pokers« (1849) und »The defenceless state of Great Britain« (1850) folgten. Nach dem Staatsstreich Ludwig Napoleons trat er mit »A faggot of French sticks, or Paris in 1851« (1852, neue Ausg. 1855) als dessen entschiedener Lobredner hervor. In demselben Geiste sind seine »Comments on Kinglake's history of the Crimean war« gehalten (1863). Er hieß gewöhnlich der Quarterly Reviewer, weil die letztgenannten Schriften alle zuerst in dieser Zeitschrift erschienen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 20.
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