Wiener Friedensschlüsse

[611] Wiener Friedensschlüsse. Vier Friedensverträge wurden in Wien abgeschlossen: 1) der vom 18. Nov. 1738 zwischen Kaiser Karl VI. und König Ludwig XV. von Frankreich und dessen Verbündeten beendete den Polnischen Erbfolgekrieg und beseitigte die Präliminarien vom 3. Okt. 1735; Lothringen und Bar fielen an Stanislaus Leszczynski und nach dessen Tod an Frankreich, Herzog Franz von Lothringen ward durch Toskana entschädigt, und Sizilien und Neapel kamen als Sekundogenitur an die spanischen Bourbonen, wogegen Frankreich die Pragmatische Sanktion und August III. von Sachsen als König von Polen anerkannte. – 2) Der Friede zwischen Kaiser Franz II. und Napoleon I. vom 14. Okt. 1809, in dem Österreich Salzburg, seine adriatischen Besitzungen und einen Teil der polnischen abtrat. – 3) Der Friede vom 30. Okt. 1864 zwischen Österreich und Preußen einerseits und Dänemark anderseits, wonach letzteres die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an die verbündeten deutschen Mächte abtrat. – 4) Der Friede vom 3. Okt. 1866 zwischen Österreich und Italien, in dem ersteres Venetien abtrat.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 611.
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