Briançon

[301] Briançon (spr. Briangsong), 1) (Briançonnais) Arrondissement im Departement Obre Alpen (Frankreich); 31 QM., 30,000 Ew. 2) Hauptstadt u. starke Festung desselben, an der Durance u. Gutsanne; hat Brücke von einem Bogen (120 Fuß weit, 168 Fuß hoch), ist die am höchsten gelegene Stadt Frankreichs (7370 Fuß über der Meeresfläche) der Schlüssel gegen Piemont, von 7 Forts vertheidigt, welche durch unterirdische Felsengänge verbunden sind; bedeutender Waffenplatz; unregelmäßig gebaut. Fertigung von Nägeln, Hanfhecheln, lebhafter Handel nach Italien. Briançoner Kreide (grüner in 4eckige Stücke geschnittner Speckstein, der weiß schreibt, vorzüglich von den Schneidern nun Aufzeichnen gebraucht) u. Briançoner Manna (von Lerchenbäumen, s. Lerchenharz); 4000 Ew. –[301] B. ist das alte Brigantium (Brigantia, Virgantia) u. gehörte als Stadt der Caturiger zum Narbonensischen Gallien. Die Gegend um B. war im Mittelalter wegen ihrer bergigen Lage u. weil es zwischen Burgund u. Italien lag, so daß man nicht wußte, wozu es gehörte, fast ganz frei; später wurde es zur Dauphiné gezogen u. 1349 mit Frankreich verbunden. Ludwig XIV. überließ es 1697 dem Herzog von Savoyen, doch kam es 1713 wieder zu Frankreich. Hier im Spanischen Erbfolgekrieg (s.d.) Ende Juli 1709 Niederlage der Österreicher durch die Franzosen. 4) Marktflecken in der Provinz Tarantaise (sardinisches Herzogthum Savoyen) am Isère, festes Schloß, Eisenfabriken, Kurzwaaren; 1500 Ew.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 301-302.
Lizenz:
Faksimiles:
301 | 302
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika