Corvin-Wierbitzky

[472] Corvin-Wierbitzky, Otto Julius Bernh. von C., geb. 1810 in Gumbinnen, diente 1830–35 als Lieutenant im 36. preußischen Linienregiment, siedelte 1839 nach Frankfurt über u. war dann Vorsteher eines Chemitypischen Instituts in Leipzig; er war beim Ausbruch der Februarrevolution 1848 in Paris u. nahm in der Herweghschen Schaar an dem Aufstande in Baden Theil, focht namentlich als Anführer den 27. April bei Dossenbach mit. Er ging darauf wieder nach Frankreich, u. im Aug. 1848 aus Strasburg ausgewiesen, kehrte er im Oct. nach Preußen zurück u. lebte in Berlin. Im Mai 1849 von da ausgewiesen, ging er wieder nach Baden, wurde Commandant der Manheimer Volkswehr, betheiligte sich bei der Beschießung von Ludwigshafen u. zog mit nach Rastatt, wo ihn Tiedemann zum Chef des Generalstabes ernannte. In Rastatt wurde er 23. Juli 1849 gefangen u. im Septbr. kriegsrechtlich zum Tode verurtheilt, aber weil er sich für Übergabe der Festung verwendet hatte, zu zehnjähriger Zuchthausstrafe begnadigt; 1855, wo ihn der Rest der Strafe erlassen wurde, ging er nach Amerika. Er schr.: Der niederländische Freiheitskrieg, Lpz. 1846 f., 2 Bde. (vollständig holländisch, Amst. 1847–49, 6 Bde.); Abriß der Geschichte der Niederlande bis auf Philipp II., ebd. 1841; Anweisung zur Erlernung der Schwimmkunst, Lpz. 3. A. 1842; Historische Denkmale des christlichen Fanatismus, ebd. 1845, 2 Bde.; Die erste Expedition der deutschen republikanischen Legion, Arnst. 1849 u.a.; gab heraus: Allgemeine Jagdzeitung, ebd. 1838–41,3 Jahrg.; Sporting-Almanach, ebd. 1844; Taschenbuch für Jäger u. Naturfreunde, ebd. 1845; mit Held Illustrirte Weltgeschichte, ebd. 1844–51, 4 Bde.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858, S. 472.
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