Ahriman

[208] Ahriman, in der von Zoroaster gestifteten Nationalreligion des alten Iran der Name des bösen Prinzips. A. ist die in den spätern persischen Religionsbüchern auftretende Namensform; die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen Areimanios; im Zendavesta kommt noch die vollere Namensform Anromanyus (»böser Geist«) vor. In den Gâthâs, dem ältesten Teile des Zendavesta, wird er nur einmal ausdrücklich genannt, doch ist schon in denselben die Rede von den »beiden Geistern«, die einander in Gedanken, Worten und Werken entgegengesetzt sind und die guten und bösen Wesenheiten geschaffen haben. Nach dem 19. Kapitel des Vendidad hat A. einen[208] vergeblichen Versuch gemacht, den Zoroaster (Zarathustra) zum Abfall von Ormuzd (s. d.) zu verleiten. Dem Gebote des A. sind nach dem Zendavesta alle andern bösen Geister untertan, und die »schlechten Geschöpfe«: Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer, sind von ihm geschaffen. Vgl. Spiegel, Eranische Altertumskunde, Bd. 2 (Leipz. 1873); I. Darmesteter, Ormazd et Ahriman (Par. 1877); Tiele, Geschichte der Religion im Altertum, Bd. 2 (Gotha 1898).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 208-209.
Lizenz:
Faksimiles:
208 | 209
Kategorien: