Knoten [1]

[193] Knoten, Verschlingung dünner, biegsamer Körper; in der Poetik die Verwickelung in der poetischen Handlung. – In der Astronomie die Durchschnittspunkte der Bahnen sich bewegender Himmelskörper mit einer festen Ebene, besonders die Durchschnittspunkte der Planeten-, Trabanten- und Kometenbahnen mit der Ekliptik. Knotenlinie, die Verbindungslinie der beiden K. Aufsteigenden K. (☊) nennt man den Punkt, den der betreffende Himmelskörper passiert, wenn er sich über die Ekliptik, d. h. am Himmel gegen N., erhebt, während der andre, durch den er unter die Ekliptik, d. h. gegen S., geht, der absteigende K. (☋) heißt. Infolge der gegenseitigen Anziehung der Himmelskörper ist die Lage der K. veränderlich, dieselben zeigen meistens eine rückläufige Bewegung. Bei der Mondbahn beträgt sie jährlich 19°, so daß die K. in 18 Jahren 7 Monaten durch die ganze Ekliptik rücken. Bei den Planeten ist die Bewegung der Knotenlinie bedeutend geringer. Die Lage der K. wird bestimmt durch die Knotenlänge, d. h. den Bogen der Ekliptik vom Frühlingspunkt bis zum Breitenkreise des aufsteigenden Knotens, bildet eins der Bahnelemente der Planeten- und Kometenbahnen. Bei den Doppelsternen bezeichnet man mit K. die Durchschnittspunkte der Doppelsternbahn mit der Projektionsebene. – In der Anatomie bezeichnet K. eine Anschwellung, z. B. der Nerven (Nervenknoten oder Ganglion), sowie eine Verschlingung von Gefäßen (Gefäßknoten), in der Pathologie eine krankhafte Ansammlung flüssiger oder fester Körper, verbunden mit Anschwellung (Gichtknoten, Hämorrhoidalknoten). – In der Botanik heißt K. (nodus) diejenige Stelle des Stengels, an der Blätter ansitzen, weil daselbst der Stengel nicht selten eine Anschwellung zeigt und, wenn er im übrigen hohl ist, massiv erscheint (vgl. Sproß). – Im Seewesen heißen K. die an der Logleine befestigten Marken, nach denen die Fahrt des Schiffes in Seemeilen angegeben wird. Diese Einheit auf der Logleine muß daher zur Auslaufszeit des Logglases in demselben Verhältnis stehen wie die Länge der Seemeile (1852 m) zu einer Stunde. Also für ein 14-Sekundenglas ergibt sich die Länge aus der Gleichung: x/14s = 1852/60.60s; x = 1852.14/3600 = 7,202; für Mitschleppen rechnet man in der deutschen Marine eine Verkürzung um 5 Proz. und erhält dadurch die Knotenlänge = 6,84 m. Andre Staaten haben andre Längen und andre Loggläser, z. B. Österreich-Ungarn 14,60 m für das 30-Sekundenglas. »Ein Schiff läuft 14 Knoten« heißt. es legt in einer Stunde den Weg von 14 Seemeilen Länge zurück (vgl. Log). S. auch Kreuzknoten.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 193.
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