Toussaint l'Ouverture

[649] Toussaint l'Ouverture (spr. tußäng luwärtǖr), Obergeneral der Neger auf Haïti, geb. 1743 als Sklavenkind, gest. 27. Juli 1803, erwarb sich als Kutscher eines Plantagenaufsehers durch Benutzung von dessen Bibliothek eine gewisse Bildung. Als im August 1791 die erste Negerempörung auf Haïti ausbrach, brachte T. seinen Herrn in Sicherheit und nahm dann bei dem Negerheer Dienste. Als dasselbe zu den Spaniern überging, wurde er zum Obersten ernannt; doch trat er 1794 zu den Franzosen zurück und ward vom Konvent (1795) zum Brigade-, 1797 zum Divisions- und endlich zum Obergeneral aller Truppen auf Haïti ernannt. Er stellte Ordnung und Disziplin wieder her, machte sich aber 1800 unabhängig und ließ sich zum Präsidenten auf Lebenszeit ernennen. Leclerc aber zwang ihn 1801 zur Übergabe und ließ ihn 1802 verhaften und nach Frankreich in das Fort Joux bei Besançon bringen, wo er starb Vgl. Saint-Remy, Mémoires du général T., écrits par lui-même (Par. 1850); Gragnon-Lacoste, T. (das. 1877); Schölcher, Vie de T. (das. 1889).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 649.
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